Van Gaal und Bayern: Liebe auf den zweiten Blick
München (dpa) - 20.08.2010, 10:37 Uhr
Bayern-Trainer Louis van Gaal genießt die Zuneigung der Fans.
Es ist Liebe auf dem zweiten Blick. Louis von Gaal hat nach anfänglichen Missverständnissen die Probezeit beim FC Bayern München mit Bravour bestanden und die Herzen des deutschen Fußball-Rekordmeisters und dessen Fans erobert. Als Double-Gewinner und «Trainer des Jahres» hat der Niederländer mit dem Bundesligaauftaktspiel gegen den VfL Wolfsburg seine zweite Saison in Angriff genommen. Wenn es nach den Bayern-Bossen geht, soll die Bilderbuch-Ehe mit van Gaal noch lange weitergehen. «Louis ist der Trainer, den wir immer gesucht haben», sagte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge den Münchner Zeitungen «tz» und «Münchner Merkur». Bayern-Präsident Uli Hoeneß hatte in einem «Sport1»-Interview für Herbst Gespräche angekündigt und betont: «Es gibt ja keinen Zweifel, dass wir den Louis van Gaal alle sehr liebgewonnen haben und ihn gerne in München behalten würden.» Van Gaal selbst macht keinen Hehl daraus, dass er und Ehefrau Truus sich in der bayerischen Metropole sehr wohl fühlen.
So gut wie sicher ist, dass der 59-Jährige seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag um ein Jahr bis 2012 verlängert. Danach will er als Nationaltrainer arbeiten. Aber nicht bei irgendeiner Mannschaft, «sondern einer, die gewinnen kann». Van Gaal schließt aber auch nicht aus, dass er bei Bayern alt wird. «Das bayerische Lebensgefühl passt mir wie ein warmer Mantel», hat er bei seinem Dienstantritt im Juli 2009 gesagt. Ein Jahr später passt der Mantel noch besser. Der holprige Start in die vergangene Saison mit anschließenden Zweifeln an den Qualitäten des Holländers sind vergessen. Die arrogante und bisweilen sogar herablassende Art ist verschwunden, van Gaal präsentiert sich als liebenswerter, kommunikativer Zeitgenosse. Er ist erfolgreich, anerkannt und beliebt. In München hat er Kultstatus erreicht, in der Mannschaft ist er angekommen. «Er ist ein sehr demokratischer Trainer, der nur nach außen so wirkt, als ob er stur und autoritär wäre», betonte Kapitän Mark van Bommel. |