Madrids Trainer José Mourinho bezeichnete die Verpflichtung Özils als gutes Geschäft für die «Königlichen». «Er war ein Spieler, dessen Vertrag 2011 ausläuft, deshalb haben wir ihn für einen Preis bekommen, der weit unter seinem richtigen Marktwert liegt», sagte der Portugiese. «Einen Spieler seiner Qualität konnten wir uns zu diesen Bedingungen wirklich nicht entgehen lassen», sagte Mourinho. Bremens Trainer Thomas Schaaf forderte sein Team auf, den Verlust des Starspielers gemeinschaftlich zu kompensieren. «Wir müssen als Mannschaft stark bleiben», sagte er. Im Kader befänden sich viele Spieler, die Özils Aufgaben übernehmen könnten. Indirekt nannte Schaaf die Nationalspieler Marko Marin und Aaron Hunt. «Ich mache mir keine Gedanken darüber, ob das zu früh kommt oder der richtige Zeitpunkt ist. Das sind nicht meine Sorgen», sagte Allofs. «Meine Sorgen sind, dass wir genügend Ruhe haben vor dem Champions-League-Qualifikationsspiel.» Immerhin stehen in den beiden Playoff-Spielen rund 15 Millionen Euro auf dem Spiel. Geht es auch im Rückspiel am 24. August ohne Özil gut, hat Werder sich in einer Woche rund 30 Millionen gesichert. Zeitgleich mit Werder meldeten die «Königlichen» auf ihrer Homepage den Einkauf aus Deutschland - allerdings ohne weitere Details zum Vertrag zu nennen. Nach Angaben spanischer Medien kassiert Özil fünf Millionen Euro pro Jahr, doch dafür gab es keine Bestätigung. Neben das Kommuniqué stellte Real ein Porträt von Özil. Darin wird er als ein «germanischer Mittelfeldspieler mit viel Talent, hoher Qualität und vielversprechender Zukunft» beschrieben. Für Werder ist es ein erneuter Umbruch, und der Club ist voller Hoffnung, dass der Wechsel in der Zentrale des Spiels erneut gelingt. Das Angebot an Mittelfeldspielern ist jedenfalls groß. Und in dem Brasilianer Wesley steht der nächste Kandidat bereits bereit. «Wir sind seit einigen Wochen dabei. Die Zusage des Spielers haben wir schon längst, der Spieler hat die Zusage seines Clubs», erklärte Allofs: «Aber die Realität ist eine andere. Wir müssen Geduld haben.» Die Geduld hat sich auch im Fall von Özil ausgezahlt. Das erste Angebot von Real hatte Allofs noch als «indiskutabel» abgelehnt und trotz der aufkommenden Hektik auf Zeit gespielt. Er wusste, dass Madrid den Deal vor der Genua-Partie abwickeln musste, damit Özil noch für Real in der Champions League spielen darf. «Je näher das Spiel kam, desto größer waren die Bemühungen», erklärte Allofs. Aber auch Werder hatte es eilig. «Jetzt weiß auch die Mannschaft, dass es ohne Mesut weitergeht», sagte Allofs mit Blick auf das Spiel: «Es ist auch für die Spieler schlecht, wenn sie eine unsichere Situation haben.» Ex-Nationalspieler Torsten Frings trauerte Özil öffentlich nicht nach. «Er ist ein Spieler, der wichtig war, aber das Leben geht weiter», sagte der Bremer Routinier. «Wir haben Spieler, die genau diese Klasse haben. Die haben jetzt die Chance, sich zu beweisen.» Özil ist nach Khedira der zweite deutsche Nationalspieler, der nach der Weltmeisterschaft in Südafrika nach Madrid wechselt und der achte deutsche Profi insgesamt in der Real-Geschichte. Die beiden DFB-Jungstars stehen bei Mourinho hoch im Kurs. «Das spricht auch für unsere Nachwuchsentwicklung», sagte DFB- Sportdirektor Matthias Sammer. Sowohl Khedira als auch Özil seien in der Lage, sich durchzusetzen. Bundestrainer Joachim Löw hatte bereits in der Vorwoche gesagt: «Mesut Özil ist aufgrund seiner fußballerischen Qualität sicher in der Lage, auch bei einem großen Verein zu spielen.»
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