Wenig schöne Vorbilder gäbe es: Khalid Boulahrouz täuschte im Sommer 2006 vor einem Qualifikationsspiel des Hamburger SV für die Champions League eine Verletzung vor und wechselte anschließend nach England zu Chelsea. Ein Jahr später meldete sich Boulahrouz' Landsmann Rafael van der Vaart vor einem UEFA-Cup-Qualifikationsspiel bei Honved Budapest mit Rückenbeschwerden ab. Sein gewünschter Wechsel vom HSV zum FC Valencia zerschlug sich jedoch. Das spanische Sportblatt «AS» behauptete bereits, dass Özil den Verein gebeten habe, dass er gegen Genua nicht spielen müsse. Doch dafür gab es von den Bremern keine Bestätigung. Özil selber hatte gesagt: «Ich habe noch einen Vertrag und den respektiere ich. Ich bin topfit und freue mich auch auf das Spiel.» Das war jedoch am Samstag. Am Montag stand der 21-Jährige in einem Trainingsspiel plötzlich für kurze Zeit in der B-Elf auf dem Platz. Werder könnte Özil in Topform gut gebrauchen. Schließlich geht es um rund 15 Millionen Euro, die der Sprung in die Gruppenphase des wichtigsten europäischen Clubwettbewerbs einbringen würde. Ein lustloser Özil wäre indes ein Risiko in diesem wichtigen Hinspiel. Der Transfer von Özil soll Werder eine noch höhere Einnahme bescheren als die Qualifikation. Mindestens 18 Millionen sollen es sein, lauten die Spekulationen. Dass der Wechsel zu den «Königlichen» tatsächlich an ein paar Millionen Euro scheitert, ist schwer vorstellbar. Immerhin handelt es sich um jenen Verein, der mit 94 Millionen für Cristiano Ronaldo derzeit den Transfer-Rekord hält. Dass Özil wechseln will, ist klar. «Natürlich ist es ein Problem, wenn ein Spieler unbedingt weg will», sagte Allofs und verweist auf die Beispiele Miroslav Klose und Diego: «Diese Probleme sind bei uns in der Vergangenheit immer gelöst worden, meistens wurde das mit Geld geregelt.» Die spanische Sportzeitung «Marca» berichtete, Madrid habe sich mit Özil-Berater Reza Fazeli bereits auf die Grundzüge eines Vertrags verständigt. Demnach soll Özil bei Real ein Jahresgehalt von etwa fünf Millionen Euro bekommen. Um Werder zu überzeugen, wolle Real seine Offerte um fünf auf 14 Millionen Euro erhöhen.
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