Nach dem Vorpreschen von Real Madrid könnten in den nächsten Tagen auch andere Top-Clubs wie der FC Barcelona, Manchester United oder der FC Chelsea bei Werder anklopfen und Angebote für den 21 Jahre alten Nationalspieler abgeben. Das würde den Preis in die Höhe treiben. Die Zeit drängt allerdings. Zwar endet die offizielle Wechselfrist erst am 31. August, doch für Özil gilt ein anderer Zeitrahmen. Bereits am kommenden Mittwoch, wenn Werder in der Champions-League-Qualifikation auf Sampdoria Genua trifft, könnte sich die Zukunft des deutschen Nationalspielers entscheiden. Wird Özil von Trainer Thomas Schaaf eingesetzt, hätte er sich in der «Königsklasse» festgespielt. Er dürfte dann nach einem möglichen Wechsel in diesem Jahr nicht mehr für einen anderen Club in der Champions League auflaufen. Auf diese Überlegungen wollen sich Schaaf und Allofs aber nicht einlassen. «Wenn Mesut am Mittwoch nicht bei einem anderen Verein ist, dann spielt er für Werder Bremen gegen Genua», erklärte Allofs. «Ich bin topfit und freue mich auf Mittwoch», sagte Özil. Real-Trainer Jose Mourinho ging am Freitag in die Offensive. Er möchte nach Sami Khedira, der beim 4:2-Sieg im Elfmeterschießen gegen die Bayern seinen ersten Auftritt im «weißen Ballett» feierte, einen zweiten deutschen WN-Star in seinem Team haben. «Özil ist ein sehr guter Spieler. Wenn er kommt, wäre es natürlich Klasse», sagte Mourinho. Der Startrainer will den Bremer Spielmacher als Ersatz für seinen verletzten brasilianischen Regisseur Kaka verpflichten, der am linken Meniskus operiert wurde und mindestens vier Monate ausfällt. Mourinho hat einen möglichen Özil-Transfer trotz der Bremer Weigerung noch längst nicht abgeschrieben: «Sein Trainer hat Nein gesagt, aber mal sehen, wie es weitergeht.» Mit Khediras Premiere war Mourinho einverstanden. «Er hat Charakter und eine gute Mentalität gezeigt. Khedira ist ein wichtiger Spieler für uns», sagte Mourinho. Der deutsche Nationalspieler, der für 14 Millionen Euro vom VfB Stuttgart nach Madrid wechselte, lieferte an der Seite von Weltmeister Xabi Alonso allerdings eine unauffällige Partie. «Ich hätte ihn eigentlich schonen müssen, weil er erst seit vier Tagen im Training ist», erklärte Mourinho.
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