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Kampf um HSV-Tor: Rost kämpft ohne Worte

Hamburg (dpa) - 05.08.2010, 13:03 Uhr

HSV-Torwart Frank Rost will sich gegen Konkurrent Jaroslav Drobny durchsetzen.
HSV-Torwart Frank Rost will sich gegen Konkurrent Jaroslav Drobny durchsetzen.

Schnurstracks eilte Frank Rost an den Mikrofonen vorbei - jetzt bloß kein falsches Wort sagen. 90 Minuten zuvor hatte der 37 Jahre alte Torhüter des Hamburger SV beim 2:1 (0:1) gegen den englischen Meister und Pokalsieger FC Chelsea ein letztes Mal Taten sprechen lassen.

Schließlich will sich HSV-Coach Armin Veh bald auf eine neue Nummer 1 festlegen. Am 8. August, im letzten Test gegen Energie Cottbus, darf der sieben Jahre jüngere Jaroslav Drobny noch einmal ein Empfehlungsschreiben für den begehrten Stammplatz abgeben. «Ich bin in einer glücklichen Lage, kann nichts falsch machen, denn beide Torhüter sind gleich gut», sagte Veh.

Elf Tage hat der frühere Wolfsburger Trainer noch Zeit für Fein- Abstimmungen im Team und wichtige Personalentscheidungen, dann geht es zum Erstrundenspiel im DFB-Pokalwettbewerb beim Torgelower SV Greif. Zuvor will er die Torwartfrage klären. Wie er Rosts Leistung gegen Chelsea fand? «Gut», lautete die lakonische Antwort. Wie bei der Verteilung der Kapitänsbinde, die erstmals der Ex-Schalker Heiko Westermann trug, will sich der ehemalige Meistercoach des VfB Stuttgart noch nicht in die Karten schauen lassen.

Mit beiden Entscheidungen will Veh zeigen, dass es keine Erbhöfe gibt. Konkurrenz auf allen Positionen ist gewollt. Die Frage ist nur: Wird Rost, der nach der Verpflichtung Drobnys durch Einsatz und gute Laune auffiel, auch auf der Bank den Spaßvogel geben? Wohl kaum.

Gegen Chelsea zeigte der gebürtige Chemnitzer die Qualitäten, die er sich erarbeitet hat: Reaktionsschnell bei den Angriffen der Engländer, aber auch Tonangeber für seine Hintermannschaft. Manches Mal faltete er in der desolaten Rückrunde, in der der HSV mit nur fünf Siegen auf Rang sieben abrutschte, Mitspieler zusammen. Manch einer war eingeschüchtert. Gegen Chelsea nahm er sich nun Tomas Rincon zur Brust. Ob Veh diese Art bevorzugt, oder eher dem stillen Vertreter Drobny das Vertrauen ausspricht, ist eine der spannendsten Fragen vor dem Saisonstart gegen den FC Schalke 04.


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