Quälen für Qualität: Bundesliga schuftet wie nie
Berlin (dpa) - 05.08.2010, 10:35 Uhr
Christoph Metzelder quält sich im Schalke-Training mit einem Medizinball.
Medizinbälle, Gummibänder, Bleiwesten - alle Jahre wieder schuftet und schwitzt die Bundesliga vor dem Aufgalopp in die neue Spielzeit. Die Quälix-Methoden eines Herrn Magath sind längst legendär, über Klinsmanns Gummibänder lacht keiner mehr. Vor der 48. Saison in der Geschichte der höchsten deutschen Fußball-Klasse aber scheint ein regelrechter Fitness-Wahn ausgebrochen zu sein. Trainer von Jürgen Klopp bis Ralf Rangnick quälen ihre kickenden Angestellten wie selten zuvor, um auch ja bis zum Liga-Start am 20. August in Top-Form zu sein. «Die Fitness spielt eine ganz große Rolle, vielleicht eine größere als je zuvor», hatte Bundestrainer Joachim Löw vor der Weltmeisterschaft in Südafrika prophezeit. Für das Turnier am Kap sollte er Recht behalten und für die Vorbereitung auf die neue Bundesliga-Spielzeit hat er die Richtung vorgegeben. «Wir haben die Trainingsintensität deutlich gesteigert und wollen die fitteste Mannschaft der Bundesliga werden», sagt Hoffenheims Chefcoach Rangnick. Dortmunds Klopp lässt zur «Erarbeitung einer großen Ermüdungswiderstandsfähigkeit» so hart trainieren wie noch nie. Im Trainingslager in Österreich standen zu jeder Einheit 200 Halbliterflaschen Wasser oder Elektrolyte und jeden Tag 100 Kilogramm Eis zur Kühlung geschundener Spielerkörper bereit.
Im Trainingslager des Hamburger SV gönnte der neue Coach Armin Veh sogar Außenstehenden ein bisschen «Spaß». Als einige Zuschauer im österreichischen Längenfeld beim Zirkeltraining mit lustigen Sprüchen die Spieler aufzuheitern versuchten, beorderte Veh sie kurzerhand aufs Feld und verordnete den verstummten Fans die gleichen Übungen. Die Bayern hatten unter Meistertrainer Louis van Gaal schon im Vorjahr beim Double-Sieg und dem Champions-League-Finaleinzug keine Konditionsprobleme und wollen trotz der schwierigen Vorbereitung nach der WM auch 2010/2011 den längsten Atem aller 18 Teams haben. «Beim Trainer ist jedes Training wie ein Spiel, er will immer das Maximum sehen», sagt Angreifer Ivica Olic über die Plackerei auf dem Platz. |