In Bremen herrscht Trauer über Böhmerts Tod
Bremen (dpa) - 28.12.2004, 17:56 Uhr
Franz Böhmert musste 2002 vor einem Untersuchungsausschuss Rede und Antwort stehen.
Der deutsche Fußball und die Hansestadt Bremen trauern um Franz Böhmert. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates und langjährige Präsident des deutschen Meisters Werder Bremen ist am 28. Dezember im Alter von 70 Jahren gestorben. Böhmert hatte wenige Tage zuvor einen schweren Schlaganfall erlitten. Die Ärzte kämpften fast eine Woche um das Leben des früheren Klinikdirektors. Der aus Sachsen-Anhalt stammende Böhmert hinterlässt Frau und eine Tochter. Sein Tod löste große Bestürzung aus. «Ich trauere um einen guten Freund und Weggefährten, auf den stets Verlass war. Franz Böhmert hat als Präsident von Werder Bremen Beachtliches geleistet», sagte Gerhard Mayer-Vorfelder, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Er würdigte das ehemalige DFB-Vorstandsmitglied und Ehrenmitglied als herausragende Persönlichkeit. «Außerdem bin ich ihm besonders dankbar für die jahrelange, vertrauensvolle Zusammenarbeit im Ligaausschuss», fügte Mayer-Vorfelder hinzu. Böhmert war von 1977 bis 2000 Mitglied des DFB-Ligaausschusses und gehörte dem Vorstand zwischen 1987 und 2000 an.
«Der plötzliche Tod hat mich tief getroffen. Ich habe nicht nur einen einzigartigen, früheren Chef, sondern auch einen persönlichen, ja fast väterlichen Freund verloren. Und für Werder ist das nach einem wunderbaren Jahr ein harter Schlag», sagte der Bremer Bildungssenator Willi Lemke. Der frühere Werder-Manager zählte ebenso wie Erfolgstrainer Otto Rehhagel zu den Duz-Freunden von Böhmert, der für Werder Bremen 34 Jahre in leitender Funktion tätig war. «Er hat den Verein geprägt wie kein anderer», sagte Lemke. Auch Bürgermeister Henning Scherf zeigte sich bestürzt über den Verlust eines «wunderbaren Menschen» und eines weit über die Landesgrenzen hinaus hoch geschätzten Botschafters. «Ich selbst verliere einen Freund. Franz Böhmert hat bleibende Spuren in unserer Stadt hinterlassen - als langjähriger Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender des SV Werder, als Chefarzt und Direktor des Krankenhauses Links der Weser und als Bremer Stimme in vielen Institutionen wie dem DFB und DFL», erklärte Scherf. |