Ribéry bestreitet «Sex gegen Bezahlung»
Paris (dpa) - 27.07.2010, 16:23 Uhr
Franck Ribéry wehrt sich gegen die gegen ihn vorgebrachten Vorwürfe.
In der Rotlicht-Affäre um die französische Fußball-Nationalmannschaft hat FC-Bayern-Star Franck Ribéry bestritten, mit einer Minderjährigen «Sex gegen Bezahlung» gehabt zu haben. Die französische TV-Station «M6» sendete Auszüge aus der Vernehmung Ribérys durch die Einheit zur Bekämpfung der Zuhälterei (BRP) am 20. Juli in Paris. Ungeachtet dieser Beteuerungen hatte Untersuchungsrichter Andre Dando wenige Stunden nach der Vernehmung ein Anklageverfahren gegen den 27 Jahre alten Profi eingeleitet. Ribérys Anwältin Sophie Bottai bestätigte in Marseille im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa den Inhalt des «M6»-Berichts. «Das ist alles so richtig», sagte sie. Der gewöhnlich sehr gut informierte Fernseh-Sender hatte im April bereits die Sex-Affäre enthüllt. Für Beziehungen mit minderjährigen Prostituierten sieht das Gesetz in Frankreich eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren sowie eine Geldbuße von bis zu 45 000 Euro vor. Die Anklage muss aber beweisen, dass dem Kunden die Minderjährigkeit bekannt war. Die BRP kann zudem nur eingreifen, wenn es sich um einen «bezahlten Dienst» im Bereich der Prostitution handelt - was Ribéry nach den neuesten Informationen energisch dementiert.
Im «M6»-Bericht heißt es, Ribéry habe im Verhör zwar eingeräumt, dass er im vergangenen Jahr mit dem in Frankreich inzwischen Berühmten Escort-Girl Zahia D. geschlafen habe. Er habe seinerzeit aber weder das damalige Alter des Mädchens gekannt (17) noch für den Sex bezahlt. Der Spieler habe den Beamten erklärt, dass er der heute 18-Jährigen damals nach dem Sex in einem Hotel in München lediglich «ein Taschengeld» in Höhe von 100 Euro gelassen habe. Dass Ribéry ihr Alter nicht gekannt habe, hat die in Algerien geborene Zahia gegenüber der französischen Polizei bestätigt. In der Frage der Bezahlung decken sich die Aussagen allerdings überhaupt nicht. Aus Zahias Vernehmungsprotokollen mit der Polizei hatte unter anderem die Zeitung «Le Parisien» zitiert, Ribéry habe für die geleisteten Dienste «700 Euro hingelegt». |