Mehr Kompetenzen bekommen in der neuen Saison die vierten Offiziellen. Diese waren den Zuschauern bisher nur dadurch bekannt, dass sie Auswechslungen kontrollierten und die Nachspielzeit anzeigten. Jetzt sollen sie den Schiedsrichter mehr unterstützen und erhalten «fast einen Assistentenstatus». Dies erklärte Lutz Michael Fröhlich, Abteilungsleiter Schiedsrichter beim DFB. Die deutsche Spielleiter-Elite hofft weiter, dass der Chip im Ball doch noch eingeführt wird. Das International Football Association Board (IFAB) hatte das Thema ursprünglich bereits abgeschmettert, doch nach den Diskussionen bei der WM soll es bei der nächsten Sitzung im Oktober noch einmal auf die Tagesordnung kommen. «Wenn es eine Möglichkeit gibt - her damit!», sagte Fandel. «Natürlich könnten technische Mittel uns helfen», meinte Stark. «Voraussetzung ist, dass sie zu 100 Prozent funktionieren.» Die Schiedsrichter bei der WM haben sich nach Ansicht des Ergoldingers zu sehr unter Druck gesetzt. «Manche hatten nicht mehr den Kopf frei, waren nicht mehr konzentriert», erklärte der 40-Jährige die Gründe für die weltweit diskutierten Fehlentscheidungen. Er äußerte sich bei einer DFB-Pressekonferenz erstmals öffentlich dazu, nachdem er wie die anderen Schiedsrichter von der FIFA während des Turniers in Südafrika einen Maulkorb verpasst bekommen hatte. Der Druck auf die Spielleiter sei immer stärker geworden, so Stark, «durch die Medien, durch die Fans». Bei Treffen mit den Bundesligisten vor der Saison sollen die Schiedsrichter den Profis klar machen, dass Kung-Fu-Tritte wie jener von Hollands Nigel de Jong im WM-Finale gegen den Spanier Xabi Alonso mit Rot bestraft werden. «Besonders das Grätschen mit der Sohle in den Gegner, das wir bei der WM häufiger gesehen haben, soll konsequent geahndet werden», sagte Fröhlich zu den Vorgaben. Dies gelte auch für Tritte gegen Gegenspieler, die schon am Boden liegen.
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