Auch während seiner 45-minütigen Rede vor den Mitgliedern hatte sich der Eindruck verstärkt, dass die Zeichen auf Abschied stehen. «Wir müssen hier auch ehrlich und offen sein und sagen, dass wir - wie alle anderen Bundesligisten auch - Verkäufe nicht ausschließen können», meinte Schneider vielsagend. Da eine Vertragsverlängerung vor einigen Monaten nicht gelungen sei und Khedira 2011 ablösefrei wäre, wolle sich der Verein nun «alle Optionen offen» lassen. Das gilt auch für die Suche nach einem Nachfolger für Manager Horst Heldt. Fredi Bobic gilt weiter als aussichtsreichster Kandidat, in Gerhard Poschner werden aber auch einem weiteren ehemaligen VfB- Profi Chancen eingeräumt. Clubchef Staudt hatte zuvor von intensiven Gesprächen «mit mindestens fünf Kandidaten» berichtet. «Mit einer überstürzten Entscheidung ist unserem Verein sicher nicht geholfen», betonte der als Aufsichtsratschef wiedergewählte Dieter Hundt und brachte erneut seine Enttäuschung über den Weggang des noch vor einem Jahr in den VfB-Vorstand beförderten Heldt zu Schalke 04 zum Ausdruck. «Ein Vorstandsmitglied trägt in besonderem Maße Verantwortung gegenüber dem Verein, der Mannschaft, den Mitgliedern und den Fans», sagte Hundt. Um dem von Staudt unter Beifall in den höchsten Tönen gelobten Trainer Christian Gross ein schlagkräftiges Team zu bauen, wurden zudem noch Einkäufe angekündigt. «Was weitere Neuzugänge angeht, kann ich Ihnen nur zurufen: Christian Gross und ich sind am Markt», sagte Schneider. Womit er zugleich wieder bei einem möglichen Verkauf Khediras war: «Das würde den Handlungsspielraum natürlich erweitern.»
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