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Khediras Zukunft überlagert VfB-Rekordumsatz

Stuttgart (dpa) - 19.07.2010, 21:24 Uhr

Sami Khedira wird mit Real Madrid in Verbindung gebracht.
Sami Khedira wird mit Real Madrid in Verbindung gebracht.

Die Diskussionen um die Zukunft von Nationalspieler Sami Khedira haben den höchsten Umsatz in der Vereinsgeschichte des VfB Stuttgart in den Hintergrund gedrängt.

«Real Madrid hat sein Interesse mittlerweile offiziell bekundet und so werden wir mit Sami zusammen entscheiden, wie es bei ihm weiter geht», sagte VfB-Sportdirektor Jochen Schneider bei der Mitgliederversammlung des Fußball-Bundesligisten.

Dabei scheinen die Zeichen immer deutlicher auf Abschied zu stehen. Wie Werder Bremen bei Mesut Özil müsse sich der VfB «alle Optionen offen» lassen, sagte Schneider. Und mit Blick darauf, dass Khedira nach einer bereits vor einigen Monaten nicht gelungenen Vertragsverlängerung im kommenden Jahr ablösefrei gehen könne, meinte er: «Es ist wichtig, dass wir einen fairen Umgang mit unserem Spieler pflegen und dass wir am Ende nur ein Ziel zu verfolgen haben, nämlich die Interessen unseres Vereins.»

Khedira selbst hatte zuvor eine angeblich bereits getroffene Übereinkunft mit den «Königlichen» vehement bestritten. «Es gibt keine Einigung mit Real», sagte der 23 Jahre alte Profi dem «Kicker». «Und es ist auch nicht entschieden, was ich mache.»

Im vergangenen Jahr hatten Mario Gomez und die dritte Champions-League-Teilnahme dem Fußball-Bundesligisten einen Rekordumsatz beschert. Die Bilanz für 2009, die der VfB bei seiner Mitgliederversammlung in der Schleyer-Halle präsentierte, wies einen Jahresgesamtumsatz von 145,838 Millionen Euro aus. Auch der Gewinn nach Steuern fiel mit 11,786 Millionen Euro so hoch aus wie nie zuvor. «Damit haben wir die Zahlen aus dem Meisterjahr 2007 noch übertroffen», sagte VfB-Finanzvorstand Ulrich Ruf. Damals hatte der VfB bei Erträgen von 132 Millionen Euro einen Überschuss von 7,8 Millionen bilanziert.


Weit fortgeschritten sind die Verhandlungen mit möglichen Nachfolgern des zum FC Schalke gewechselten Managers Horst Heldt. Mit «mindestens fünf Kandidaten» seien «sehr intensive und ausführliche Gespräche geführt» worden, erklärte Staudt. Darunter sei auch der noch immer als Favorit gehandelte Ex-VfB-Profi Fredi Bobic gewesen. Aktuell würde die Vereinsführung die Erkenntnisse aus den Gesprächen auswerten, «um zu einer endgültigen Beschlussfassung zu kommen, die wir auch mit unserem Aufsichtsrat besprechen werden», sagte Staudt. «Das wird zeitnah passieren und ich bin überzeugt, dass wir eine gute Wahl für die nächsten Jahre treffen werden.»

Bei den Personalplanungen für die kommende Saison wollen die Schwaben - wohl vorbehaltlich eines Khedira-Verkaufs - trotz des Rekordgewinns im Vorjahr nicht mehr viel Geld ausgeben. 2009 hatte der VfB noch 22,2 Millionen Euro in neue Profis investiert. «Wir müssen uns zurückhalten, was weitere Neuverpflichtungen angeht», sagte Finanzchef Ruf und verwies auf die Verpflichtungen von Georg Niedermeier, Cristian Molinaro, Martin Harnik und Marc Ziegler sowie die Vertragsverlängerung mit Nationalstürmer Cacau.

Zudem werde das aktuelle Geschäftsjahr ohne Champions League und einen Transfer in der Größenordnung des Gomez-Verkaufs wieder deutlich bescheidenere Zahlen als 2009 hervorbringen. Auch wenn die Erlöse von 32,053 Millionen Euro aus allen Spielerverkäufen 2009 zeigten, dass der Club keinesfalls - wie teilweise berichtet - 35 Millionen für Gomez bekommen hatte. Für dieses Jahr erwartet Ruf einen Umsatz von 90 bis 95 Millionen Euro: «Ich gehe davon aus, dass wir 2010 keine schwarzen Zahlen schreiben werden.»

Insgesamt stellte Ruf dem Verein wirtschaftlich ein gutes Zeugnis aus. Das Eigenkapital konnte durch den Elf-Millionen-Gewinn auf nun 23,733 Millionen Euro fast verdoppelt werden. Die Werbeeinnahmen wurden trotz Wirtschaftskrise bei gut 20 Millionen Euro stabil gehalten. Zudem konnten die Verbindlichkeiten von 19,910 Millionen Euro 2008 auf 14,563 Millionen Euro 2009 gesenkt werden. Aufgrund höherer in die Bilanz eingestellte Rücklagen stieg die Verschuldung dennoch von 7,121 auf 12,889 Millionen Euro.

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