Hoeneß wird nicht gegen Rauball kandidieren
Hamburg (dpa) - 19.07.2010, 15:59 Uhr
Uli Hoeneß (l) will nicht zum Königsmörder von Reinhard Rauball werden.
Im Machtduell um den Posten als Ligaverbandschef hat Bayern-Präsident Uli Hoeneß aus familiären Gründen einen überraschenden Rückzieher gemacht. Der 58-Jährige informierte den Amtsinhaber Reinhard Rauball, dass er nun doch nicht am 18. August für den Vorsitz der Deutschen Fußball Liga kandidieren werde. «Nach intensiven Gesprächen mit meiner Familie am vergangenen Wochenende bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass ich mich nicht für das Amt des DFL-Präsidenten zur Wahl stelle. Diese Entscheidung habe ich Liga-Präsident Dr. Reinhard Rauball persönlich am Telefon mitgeteilt», sagte Hoeneß. Der Präsident von Borussia Dortmund nahm den Entschluss «mit Respekt zur Kenntnis». Erst am Wochenende hatte Hoeneß angekündigt, bei der Liga-Vollversammlung in Berlin gegen Rauball antreten zu wollen und dabei mit großen Worten öffentlich Werbung in eigener Sache gemacht («Wenn ich gewählt werde, wird es allen besser gehen»). «Dann habe ich jetzt vielleicht mal einen kleinen Makel», sagte er dem «Münchener Merkur» nach der Kehrtwende. «Lieber einmal im Leben einmal Zickzackkurs, als drei Jahre unglücklich sein.»
In erster Linie hätten ihn drei Gründe bewogen, keine Bewerbung abzugeben. «Ich würde in zu viele Interessenskonflikte geraten», sagte Hoeneß der «Süddeutschen Zeitung». Die Familie habe ein Veto eingelegt. «Ich habe da massiven Widerstand bekommen.» Zudem befürchten viele Bayern-Fans, dass der Aufsichtsratsvorsitzende in einer Tätigkeit für die gesamte Liga «zu viel FC-Bayern-Know-How» weitergeben könne. Als dritten Punkt nannte der Vereinschef des FC Bayern München, dass er für einen DFL-Vorsitz seine sozialen Ambitionen für Stiftungen und Wohltätigkeits-Organisationen stark reduzieren müsse, wozu er «nach reiflicher Überlegung» nicht bereit sei. «Das müsste ich alles aufgeben, das war's mir am Ende nicht wert.» |