Westermann, der die Weltmeisterschaft wegen eines Kahnbeinbruchs verpasst hatte, ist nach Kevin Kuranyi (Dynamo Moskau) und Marcelo Bordon (Al-Rayyan Sport-Club) ein weiterer Leistungsträger, der Schalke trotz des Erreichens der Champions League den Rücken kehrt. Gab es bei Kuranyi vor allem finanzielle Gründe, sahen die Innenverteidiger Bordon und Westermann offenbar keine sportliche Perspektive mehr. «Ich konnte ihm keinen Stammplatz versprechen», sagte Magath über Westermann. Der 26 Jahre alte Nationalspieler habe auf seiner Lieblingsposition in der Innenverteidigung spielen wollen. Doch seit der Verpflichtung von Metzelder sind die Plätze in der Abwehrzentrale an den Ex-Dortmunder und an Benedikt Höwedes vergeben. Westermann, 2007 von Arminia Bielefeld gekommen, wäre erneut nur die Rolle des in der Defensive flexibel einsetzbaren «Jokers» geblieben. In Hamburg hingegen suchen sie dringend einen Innenverteidiger, der neben Vize-Weltmeister Joris Mathijsen spielen soll. Der tschechische Abwehrspieler David Rozehnal konnte die Erwartungen bislang nicht erfüllen. Erfolglos blieben auch die HSV-Bemühungen um Serdar Tasci (VfB Stuttgart). Arne Friedrich, an dem der HSV ebenfalls Interesse hatte, entschied sich für den VfL Wolfsburg. Finanziert werden könnte Westermann über das neue Investoren- Modell der Hanseaten. Der Hamburger Unternehmer Klaus-Michael Kühne stellt dem HSV 15 Millionen Euro für Transfers zur Verfügung und ist dafür unter anderem an etwaigen Spieler-Verkäufen beteiligt. Zudem kassierte der HSV zuletzt 12,5 Millionen Euro für den Wechsel Jerome Boatengs zu Manchester City.
 |