Frankfurt/Main (dpa) - 18.07.2010, 10:55 Uhr
Karl-Heinz Rummenigge hat sich der scharfen Kritik am frühen Länderspiel-Termin nach der Fußball-WM angeschlossen.
«Dieser Termin ist wirklich an Überflüssigkeit nicht zu überbieten», sagte der Vorstandschef des FC Bayern München in einem Interview mit der «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung». Bereits am 11. August und damit nur rund vier Wochen nach dem Ende der WM in Südafrika und neun Tage vor Beginn der Bundesliga-Saison trifft die DFB-Auswahl in Kopenhagen auf Dänemark.
«Es ist der Zeitpunkt gekommen, wo die FIFA auch mal auf die Clubs Rücksicht nehmen muss und nicht nur umgekehrt», forderte Rummenigge. Als Vorsitzender der Vereinigung europäischer Clubs (ECA) wolle er sich beim Weltverband FIFA dafür stark machen, «dass es diesen Termin 2011 nicht mehr gibt». Der Bayern-Vorstand hält nichts von einem Spieler-Boykott für die Partie, plädiert aber für eine vernünftige Lösung: «Der Bundestrainer sollte hier auf Spieler verzichten, die fast keine Vorbereitung hatten.» So steigen etwa die WM-Teilnehmer der Münchner erst am 2. August wieder ins Mannschaftstraining ein.
Der Erfolg der deutschen Mannschaft, die das Turnier am Kap mit dem dritten WM-Platz abgeschlossen hatte, sei auch ein Produkt der Nachwuchsarbeit. Diese werde «exklusiv» von der Bundesliga geleistet. «Es war sicher eine goldrichtige Entscheidung, dass die DFL in Abstimmung mit dem DFB Nachwuchs-Leistungszentren in allen 18 Bundesliga-Clubs eingefordert hat. Aber die Ausbildung der Spieler, die haben die Clubs geleistet», betonte Rummenigge.