Gerüchte um Özil trüben gute Werder-Stimmung nicht
Norderney (dpa) - 15.07.2010, 13:15 Uhr
Die Zukunft von Mesut Özil scheint noch nicht geklärt.
Für die Werder-Spieler ist Norderney keine Ferieninsel, sondern Synonym für die härteste Woche im Jahr. Dreimal am Tag mussten Pizarro & Co. bei fast tropischen Temperaturen ran. Auf dem Programm standen ein acht Kilometer langer Strandlauf am Morgen, Konditionstraining am Vormittag und eine Einheit mit dem Ball am Abend. Cheftrainer Thomas Schaaf zog ein positives Fazit des ersten von drei Trainingslagern: «Die Bedingungen waren optimal. Die Spieler haben sehr gut mitgezogen. Wir haben hier die Grundlagen für eine komplette Saison gelegt.» Nicht dabei waren Werders WM-Teilnehmer, von denen Spielmacher Mesut Özil dennoch in aller Munde war. Geschäftsführer Klaus Allofs lehnt zwar einen Transfer weiter ab und bekräftigte, den im Sommer auslaufenden Vertrag mit dem Nationalspieler mittel- oder langfristig verlängern zu wollen. Dennoch hören die Spekulationen über einen Özil-Verkauf nicht auf, falls ein europäischer Spitzenclub ein Top- Angebot unterbreiten sollte.
Die Bremer Profis lässt das heiße Sommer-Theater um den viel gelobten WM-Teilnehmer kalt. «Wir könnten einen Verlust von Özil auffangen, wie Werder immer Spielerverluste gut auffangen konnte», sagte Aaron Hunt. In die gleiche Kerbe schlug Tim Borowski. «Mesut ist noch hier und nicht weg. Wenn es so käme, hat Werder schon bei Micoud und Diego gezeigt, dass es immer einen adäquaten Ersatz gab. Wir haben genug kreative Spieler im Kader», sagte der WM-Teilnehmer von 2006. Eine erste Duftmarke hinterließ Marko Arnautovic, der für 6,5 Millionen Euro vom FC Twente Enschede an die Weser kam. Nicht nur im Test gegen den KFC Uerdingen (6:1) deutete der 21-Jährige an, dass er eine Verstärkung sein kann. «Er hat den Fans die ganze Palette gezeigt. Ich bin mir aber sicher, dass da noch viel mehr kommen wird. Um sein vollständiges Potenzial abzurufen, muss er konditionell im Topzustand sein. Da wollen wir ihn hinbringen», monierte Schaaf physische Defizite. Der schussgewaltige Österreicher bestätigt seinen Nachholbedarf: «Ich bin noch nicht in Topform. Der Trainer sieht ja die Werte, das wird wohl so sein. Aber das kommt mit der Zeit.» |