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Hoffmann rechtfertigt HSV-Investorenmodell

Hamburg (dpa) - 13.07.2010, 21:34 Uhr

Der HSV-Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann verteidigt sein umstrittenes Investorenmodell.
Der HSV-Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann verteidigt sein umstrittenes Investorenmodell.

Der HSV-Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann hat bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung das umstrittene Investorenmodell des Fußball-Bundesligisten verteidigt und an die Geschlossenheit der Mitglieder appelliert.

«Dieser Vertrag mit Klaus-Michael Kühne ist ein Sechser mit Zusatzzahl», sagte Hoffmann in seiner 53-minütigen Rede vor 750 Mitgliedern im Stadion des Hamburger SV. Es handele sich nicht um einen russischen Oligarchen, sondern um einen Hamburger Milliardär, der nach Spenden für die Elbphilharmonie 15 Millionen Euro in den HSV einbringe.

Die Investition sei mit dem Risiko des Totalverlustes verbunden, auch wenn der Logistik-Unternehmer bei etwaigen Weiterverkäufen von zunächst Marcell Jansen, Paolo Guerrero und Dennis Aogo beteiligt ist. «Herr Kühne hat keinerlei Einfluss auf Entscheidungen und keinerlei Anspruch, einen Euro zurückzubekommen», führte Hoffmann aus.

Mit dem Modell umgehen die Hanseaten eine hohe Steuerabgabe, die bei einer Schenkung vorgeschrieben wäre. Die Deutsche Fußball-Liga hatte gegen die Vereinbarung keine Einwände, auch der Aufsichtsrat des Vereins stimmte bereits zu. Die von den HSV-Mitgliedern bemängelnde Transparenz begründete Hoffmann mit dem Verweis auf die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit: «Das Projekt Anstoß gehört zum operativen Geschäft. Eine frühzeitige Debatte hätte möglicherweise dazu geführt, dass das Thema zerredet worden wäre.» Probleme mit der wirtschaftlichen Liquidität wies er in der hitzig geführten Debatte weit von sich.

«Ich verstehe, dass unser Projekt von den Fans zunächst einmal kritisch beäugt wird. Aber ich bin überzeugt von diesem Modell», hatte Kühne bereits in einem Interview des «Hamburger Abendblatts» gesagt. Der 73 Jahre alte Milliardär, der sich als langjähriger HSV-Fan bezeichnet, jedoch nie Mitglied war, wies auch Befürchtungen der Anhänger zurück, er könne im Verein ein Mitspracherecht fordern. «Ich habe weder Zeit noch Lust dazu, einen Fußballverein mitzuregieren. Niemand braucht sich zu sorgen, dass ich mitreden will», sagte er. Vorstellen könne sich Kühne allerdings eine Ausweitung seines Investments, sofern das Modell funktioniert.

Die Versammlung vor der Westtribüne des Stadions bei warmen 26 Grad fand ohne die Profi-Mannschaft und das Trainerteam statt. Coach Armin Veh war mit einem 19-Mann-Kader zu einem Testspiel beim kroatischen Pokalsieger bei Hajduk Split aufgebrochen.


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