Experte: WM-Gewinner sind Bundesliga und Fanmeilen
Hamburg (dpa) - 06.07.2010, 12:46 Uhr
Hunderttausende Fans jubeln auf der WM-Fanmeile in Berlin.
«Gold» für die Bundesliga, Millionen durch Public Viewing: Die deutsche Kicker-Superklasse und die Fanmeilen in aller Welt sind nach Ansicht eines renommierten Marktforschers schon jetzt die Sieger der Fußball-Weltmeisterschaft. «Es hätte nicht besser laufen können für die Bundesliga. Sie ist der große WM-Gewinner. Deutschland ist wie ein Magnet, der die heißen Eisen anzieht. Durch das 'Schaufenster' WM hat die Bundesliga enorm an Attraktivität gewonnen», sagte Hartmut Zastrow, Vorstand des Kölner Unternehmens Sport+Markt, der Nachrichtenagentur dpa. Die Bundesliga wird von der WM profitieren, ihre deutschen WM- Stars halten und für Ausländer immer attraktiver, glaubt Zastrow. «Vorher hieß es doch: Die Deutschen zahlen pünktlich, spielen aber einen lausigen Fußball. Jetzt heißt es: Deutschland ist WM-Favorit, Deutschland hat unglaubliche Anziehungskraft für die ausländischen Profis», betonte der Experte. «Keiner kannte Müller. Özil, wer? Da kommt die neue deutsche unbekümmerte Generation. Dieser Generationswechsel wird sich unglaublich auf die Bundesliga auswirken», sagte Zastrow voraus.
«Ansehen und Prestige steigen - das ist eine einmalige Chance, die nicht so schnell wiederkommen wird. Es wird einen Boost für die Bundesliga geben», betonte der Sponsoring-Experte. «Die anderen Vereine lecken ihre Wunden, Cristiano Ronaldo und Lionel Messi haben total versagt. Die Spanier können ihre Spieler nicht mehr bezahlen, geschweige denn einen Thomas Müller herauskaufen.» Den erst 20 Jahre alten Senkrechtstarter von Bayern München zählt Zastrow ebenso zu den deutschen WM-Gewinnern wie Bastian Schweinsteiger, Mesut Özil und Philipp Lahm. Selbst Vereine wie Manchester United könnten sich Super-Transfers derzeit nicht leisten, sagte Zastrow, der den Markt - vor allem in Spanien - seit Jahren genau beobachtet. «Die Spanier haben das Problem, dass sie eigentlich nur zwei Mannschaften haben: Real und Barca. Man spricht dort von Liquiditäts-Engpässen von etwa 300 Millionen Euro. Nicht mal 'mittelschwere' Transfers kann man da noch stemmen.» |