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McClaren: «Erfolg zurückbringen» - Dzeko nervt

Wolfsburg (dpa) - 01.07.2010, 15:44 Uhr

VfL-Geschäftsführer Dieter Hoeneß (l) will Torschützenkönig Edin Dzeko nicht gehen lassen.
VfL-Geschäftsführer Dieter Hoeneß (l) will Torschützenkönig Edin Dzeko nicht gehen lassen.

Steve McClaren soll den VfL Wolfsburg zurück nach Europa führen, doch mit welchem Personal ist noch völlig unklar.

Sieben Wochen vor dem Start der Fußball-Bundesliga leitete der Engländer als neuer VfL-Coach mit nur 14 Profis erstmals das Training des deutschen Meisters von 2009 und musste sich gleich mit dem erneuten Abwanderungswunsch von Superstar Edin Dzeko auseinandersetzen. «Er ist ein großer Spieler. Wir wollen ihn nicht verlieren und werden um ihn kämpfen», bekräftigte McClaren.

Vor dem ersten Training hatte ein Interview von Torschützenkönig Dzeko für Unruhe gesorgt. «Ich möchte nun bei einem großen Verein spielen, mich weiter verbessern. Das ist jetzt mein Wunsch», sagte Dzeko trotz seines bis 2013 laufenden Vertrages dem «Kicker». Zugleich erhöhte der 24-jährige Bosnier den Druck auf seinen Arbeitgeber. «Ich hoffe und denke, dass der VfL mich gehen lässt», erklärte Dzeko, der dafür prompt einen Rüffel von Manager Dieter Hoeneß erhielt. «Es macht keinen Sinn, diese Gespräche öffentlich zu führen. Fakt ist, wir planen mit ihm», sagte Hoeneß.

Eine vertraglich fixierte Frist, in der Dzeko bei einem Angebot für eine Ablöse über 40 Millionen Euro Wolfsburg hätte verlassen können, war am 31. Mai verstrichen. Nun habe er jedoch ein konkretes Angebot, ließ Dzeko wissen. Bei dem Interessenten soll es sich erneut um Manchester City handeln. «Dass er bei einem großen Club spielen will, ist nicht neu. Der Wunsch wird sich auch irgendwann erfüllen. Aber den Zeitpunkt haben wir in der Hand», versicherte Hoeneß. Lediglich bei einem Angebot deutlich über 40 Millionen Euro dürfte er noch einmal ins Grübeln kommen. Derzeit lässt er Dzeko aber nicht gehen. «Und daran wird sich auch nichts ändern», so Hoeneß.

Dzeko ist ein wichtiger Mosaikstein im Kader des VW-Clubs, der mit Macht zurück an die nationale Spitze und mittelfristig zurück in die Champions League will. «Wir machen keinen Hehl daraus, dass wir international spielen wollen», sagte Hoeneß, auf den bis zum Ende der Transferfrist noch reichlich Arbeit wartet: «Es wird noch der ein oder andere kommen. Uns stehen noch zwei heiße Monate bevor.»


Nach der gescheiterten Verpflichtung von DFB-Kapitän Michael Ballack zieht sich der angestrebte Transfer von Auswahl-Verteidiger Arne Friedrich weiter hin. Durch die von Hertha BSC gezogene Option auf Vertragsverlängerung und Friedrichs starke WM-Leistungen, dürfte der angestrebte Dreijahresvertrag den VfL teuer zu stehen kommen. Mittlerweile sollen auch ausländische Clubs wie der FC Everton an Hertha herangetreten sein. Dennoch ist Hoeneß «sehr zuversichtlich».

Als bislang einziger Neuzugang stand in Abwesenheit der neun WM-Teilnehmer das schweizer Sturm-Talent Nassim Ben Khalifa von den Grashoppers Zürich auf dem Platz. Noch muss McClaren also nicht nur auf seine WM-Spieler warten, sondern sich auch noch wegen Verstärkungen gedulden. «Das ist natürlich nicht ideal, aber darunter leiden alle Top-Clubs», sagte der erste englische Coach in der Bundesliga. Der 49-Jährige ist trotzdem zuversichtlich, die hehren Ziele des VW-Clubs zu erfüllen. «Ich freue mich darauf, den Erfolg wieder zurückzubringen», bekräftigte McClaren, der gerade Twente Enschede in den Niederlanden überraschend zum Meister machte.

McClaren bringt zum VfL Wolfsburg einen eigenen Fitnesstrainer mit. Der Coach hat beim VfL die Verpflichtung von Alessandro Schoenmaker durchgesetzt, der zusammen mit McClaren beim niederländischen Meister Twente Enschede gearbeitet hatte. «Es ist meine eigene Entscheidung gewesen, ihn mitzubringen. Es war mir wichtig, einen dabei zu haben, der mein System kennt», sagte McClaren beim Trainingsauftakt des deutschen Meisters von 2009.

Durch die Verpflichtung ist der bisherige Fitnesstrainer Günter Kern seinen Job los. «Das ist nichts Persönliches gegen Günter», bekräftigte McClaren. Laut Hoeneß wird derzeit an einem Auflösungsvertrag gearbeitet.

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