«Man hat damit nicht nur den Kapitän der deutschen Nationalmannschaft verpflichtet, sondern eine große Spielerpersönlichkeit. Ich bin sicher, dass er auch die neue Herausforderung in Leverkusen genau so überzeugend annimmt wie zuvor in Chelsea und beim FC Bayern», kommentierte Bayer-Trainer Jupp Heynckes den spektakulären Transfer. Ballack wird wegen seiner Syndesmoseband-Verletzung, die er sich im letzten Spiel für den FC Chelsea bei einem Foul von Kevin-Prince Boateng zugezogen hatte, nicht zum Trainingsauftakt der Leverkusener am 28. Juni erwartet. Auch seinen Vertrag kann der noch im Urlaub weilende Sachse erst in den kommenden Tagen unterzeichnen, da er bei einem Viertelfinaleinzug der deutschen Elf in Südafrika noch eine WM-Reise plant. Begrüßt wird die Rückkehr Ballacks in die Bundesliga von Theo Zwanziger, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), und Bundestrainer Joachim Löw. «Es ist schön, dass wir ihn bald wieder in Deutschland sehen werden», sagte Zwanziger der Zeitung «Die Welt». «Michael Ballack - das ist ja quasi 20 Jahre gelebte Wiedervereinigung.» Löw nannte die Rückkehr seines Kapitäns «eine Bereicherung für die Bundesliga». Der Bundestrainer sagte in Südafrika: «Er verstärkt in Leverkusen ein junges Team, das auch international gute Perspektiven hat. Das ist auch wichtig für ihn.» Der Mitkonkurrent im Millionen-Poker um Ballack, der VfL Wolfsburg, zog trotz der finanziell attraktiveren Offerte den Kürzeren. Der zweite Bundesliga-Mitinteressent Hamburger SV hatte schon nach kurzer Tuchfühlung mit Ballack-Berater Michael Becker kapituliert. Schließlich hat Wolfsburg als Meister von 2009 dem ablösefreien Mittelfeldstar deutlich mehr Bares geboten. Während die Niedersachsen rund 17 Millionen Euro offeriert haben sollen, lag bei Leverkusen das Limit bei etwa zwölf Millionen Euro. Letztendlich gab aber nicht das Geld den Ausschlag: Es ist viel Herz und Emotion mit im Spiel. Das erkannte auch Dieter Hoeneß. «Es ist natürlich schade, dass er sich nicht für den VfL Wolfsburg entschieden hat. Letztendlich hat sich Michael Ballack aus alter Verbundenheit für Bayer Leverkusen entschieden. Das konnten wir ihm als einziges leider nicht bieten», sagte der Wolfsburger Manager.
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