Heldt-Spekulationen: Sucht VfB schon Nachfolger?
Stuttgart (dpa) - 24.06.2010, 15:40 Uhr
Stuttgarts Sportdirektor Horst Heldt wird von Schalke umworben.
Erwin Staudt war überrascht, verärgert - und wurde deutlich: Der Präsident des VfB Stuttgart hat in aller Öffentlichkeit ein Machtwort gesprochen. Der abwanderungswillige Sportvorstand Horst Heldt habe gefälligst zu bleiben. Doch statt nach dem erneuten Abwerbeversuch des Bundesliga-Konkurrenten FC Schalke 04 und dessen Trainers Felix Magath für die erhoffte Ruhe zu sorgen, erntet Staudt nun große Spekulationen. Am Cannstatter Wasen soll der Haussegen unmittelbar vor dem Trainingsauftakt ziemlich schiefhängen. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit von Staudt mit dem offensichtlich unzufriedenen Heldt scheint kaum noch vorstellbar. In den Medien wird jedenfalls schon munter über Heldts möglichen Nachfolger spekuliert, den der VfB angeblich schon sucht. Namen wie Fredi Bobic, Jens Lehmann oder Gerhard Poschner fallen. Interessant wäre auch ein weiterer früherer Fußballer: Der Schwabe Andreas Müller spielte einst sowohl für den VfB wie auch für Schalke. Danach war der 47-Jährige beim künftigen Champions-League-Teilnehmer bis zu seiner Beurlaubung im März 2009 Manager. Kurze Zeit später kam der mit Heldt befreundete Magath.
Wie also ist Staudts Aussage zu interpretieren? Sind seine eigentlich klaren Worte nur Taktik, um wenigstens noch eine Ablöse für Heldt herauszuholen? Auch der hätte einen Tag nach dem überraschenden Bekanntwerden seiner möglichen Liaison mit Schalke die Chance gehabt, sich öffentlich zu erklären. Doch Heldt hüllte sich in Schweigen und war nicht zu erreichen. Der 40-Jährige glaubt sich, so viel scheint klar, beim VfB nicht ausreichend wertgeschätzt. An diesem Gefühl änderte sich wohl auch nicht viel, als die Schalker im Sommer 2009 mit einem ersten Vorstoß abblitzten und Heldt daraufhin in den Stuttgarter Vorstand berufen wurde - garniert mit einer vorzeitigen Verlängerung seines Vertrages. |