Genau diese Fähigkeiten waren gefragt, wenn ein Verein rasant auf Talfahrt Richtung Zweite Liga war. Dann wurde Berger geholt, um zu retten, was zu retten war. Zweimal bewahrte er Eintracht Frankfurt vor dem tiefen Fall; auch der 1. FC Köln und Schalke 04 hatte dem gebürtigen Pommern ihren Verbleib im Fußball-Oberhaus zu verdanken. «Der Ruf des Retters hat mich zunächst gestört, aber es ist besser, ein Image zu haben als keins», sagt er. Nicht immer ging die Feuerwehr-Aktion gut. Bei seiner letzten Trainerstation im vergangenen Jahr blieb ihm nicht genug Zeit, um Arminia Bielefeld zu retten. Lediglich wenige Tage vor dem letzten Bundesliga-Spiel verpflichtet, konnte auch Berger den Schalter nicht mehr umlegen. Bielefeld stieg ab - und Berger beendete sein Kurzzeit-Engagement. «Arminia Bielefeld trauert um einen Freund», sagte Arminia- Geschäftsführer Ralf Schnitzmeier. «Jörg Berger war ein markantes Gesicht des deutschen Fußballs», betonte Erik Meijer, Sportdirektor von Zweitligist Alemannia Aachen. «Sein Tod ist ein großer Verlust für uns alle», meinte Aachens-Präsident Alfred Nachtsheim. «Er war einer der großen deutschen Trainer.» Berger trainierte die Alemannia von Oktober 2001 bis 2004 und führte sie ins DFB-Pokalfinale. Gern hätte der Absolvent der renommierten Deutschen Hochschule für Körperkultur in Leipzig eine Mannschaft über längere Zeit betreut, um allen zu beweisen: Ich kann auch anders. Zumeist aber wurde dem «Feuerwehrmann» nach erfolgreicher Brandlöschung der Stuhl vor die Tür gesetzt. Immerhin hat er zwei dritte Ränge mit Eintracht Frankfurt (1990) und Schalke 04 (1996) auf der Haben-Seite. Einen Mordanschlag der DDR-Staatssicherheit, die ihm die «Republik-Flucht» 1979 nie verzieh, hatte er 1986 überlebt. Den seit acht Jahren andauernden Kampf gegen den Krebs konnte der Vater dreier Kinder jedoch nicht gewinnen.
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