Trainer Felix Magath wiegelt zwar ab, doch hinter den Kulissen ist das Tauziehen zwischen dem Fußball-Bundesligisten Schalke 04 und dem VfB Stuttgart um Manager Horst Heldt voll entbrannt.
«Wir stehen seit langer Zeit im regelmäßigen Kontakt», sagte Magath über den VfB-Manager und betonte nach dem Trainingsauftakt des Champions-League-Teilnehmers. «Er hat mir gesagt, dass er beim VfB nicht ganz zufrieden ist.» Allerdings ist Heldt noch bis 2013 als Sportvorstand beim schwäbischen Ligarivalen gebunden.
Die Reaktion aus Stuttgart angesichts der Schalker Avancen folgte prompt. «Ich war sehr überrascht, als ich heute im Ticker gelesen habe, dass Horst Heldt angeblich heute seinen Vertrag bei uns auflöst», sagte VfB-Präsident Erwin Staudt der Nachrichtenagentur dpa. «Es gibt aus meiner Sicht keinen Zweifel, dass der Vertrag erfüllt werden muss», meinte Staudt. Magath quittierte diese Aussage mit einem Schmunzeln. «Von unserer Seite werden wir nicht aktiv. Wenn Heldt in Stuttgart bleibt, ist das auch schön, dann sind wir eben weiter Konkurrenten.»
Magath, der bei den Schalkern seit einem Jahr auch die Manageraufgabe ausübt, machte allerdings deutlich, dass er Unterstützung willkommen heißen würde: «Durch Champions League und Bundesliga kommen mehr Anforderungen auf uns zu, da reicht ein Gesicht nicht.» Und: «Ich bin bereit, mit Heldt zusammenarbeiten, wenn er denn nicht mehr in Stuttgart unter Vertrag steht.»
Bereits in seiner Zeit beim VfL Wolfsburg (2007 bis 2009) habe er versucht, Heldt als Manager zu holen. Doch der 40-Jährige, mit dem Magath bereits früher unter anderem in Stuttgart gemeinsam tätig war, bekam keine Freigabe. «Das ist wie bei Spielertransfers: Wenn sich die Gelegenheit ergibt, schlagen wir zu», meinte Magath.
Über Details sei mit Heldt noch nicht gesprochen worden. Laut «Bild»-Zeitung solle Heldt die Bereiche Sport und Marketing verantworten. Magath kümmere sich um Sport und Kommunikation, Peter Peters um Finanzen und Verwaltung.
Bei der ersten Übungseinheit nach der Sommerpause, die Magath auf zwei Stunden ausdehnte, fehlte Schalke-Neuzugang Christoph Metzelder, der von Real Madrid auf die Bundesliga-Bühne zurückkehrt. Weil der frühere Nationalspieler noch bis 30. Juni in Spanien unter Vertrag steht, darf er erst in einer Woche offiziell seinen Job aufnehmen. «Ich habe es noch nicht erlebt, dass einem Spieler in so einem Fall die Trainingserlaubnis verweigert wird, aber Real Madrid muss selbst wissen, auf was für ein Niveau sie sich begeben», klagte Magath.
Probleme bereiten auch die Südamerikaner Rafinha und Jefferson Farfan. Der Brasilianer Rafinha, dem Kontakte zum Hamburger SV nachgesagt werden, fehlte unentschuldigt. «Ich weiß nicht, wo er ist», sagte Magath. Unklar ist auch, wann Stürmer Farfan in Deutschland eintrifft. «Sein Berater hat uns mitgeteilt, dass Jefferson wegen privater Probleme Peru nicht verlassen kann», erklärte Magath.