VfB will Manager Heldt nicht zu Schalke 04 lassen
Gelsenkirchen (dpa) - 23.06.2010, 17:43 Uhr
Der FC Schalke 04 hat das Werben um Sportvorstand Horst Heldt vom VfB Stuttgart intensiviert.
Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart will seinen Sportvorstand Horst Heldt trotz intensiven Werbens des FC Schalke 04 nicht zu dem Liga-Konkurrenten ziehen lassen. «Ich war sehr überrascht, als ich heute im Ticker gelesen habe, dass Horst Heldt angeblich heute seinen Vertrag bei uns auflöst», sagte VfB-Präsident Erwin Staudt der Nachrichtenagentur dpa. Wie schon beim ersten Schalker Abwerbungsversuch vor einem Jahr will Staudt Heldt nicht freigeben: «Es gibt aus meiner Sicht keinen Zweifel, dass der Vertrag erfüllt werden muss.» «sportbild.de» hatte zuvor berichtet, dass der Wechsel unmittelbar bevorstehe. Der noch bis 2013 laufende Vertrag des 40-Jährigen beim VfB werde vorzeitig gelöst. Nach einem Bericht der «Bild-Zeitung» soll Heldt künftig als Mitglied des Schalker Vorstandes die Bereiche Sport und Marketing verantworten. Trainer Felix Magath kümmere sich um Sport und Kommunikation. Peter Peters solle für Finanzen und Verwaltung zuständig sein.
Staudt war regelrecht empört. «Ich habe sofort Herrn Tönnies angerufen und ihn darauf hingewiesen, dass es nicht unserer Geschäftsethik entspricht, mit jemandem Kontakt aufzunehmen, der noch drei Jahre Vertrag hat», erklärte der VfB-Chef. «Aus unserer Sicht gibt es überhaupt keinen Grund, unsere sehr erfolgreiche Zusammenarbeit zu beenden - gerade nachdem Horst Heldt im letzten Jahr in den Vorstand aufgerückt ist und sein Vertrag verlängert wurde. Ich habe auch Horst Heldt gesagt, dass ich Herrn Tönnies das unmissverständlich mitgeteilt habe.» Bereits vor einem Jahr hatte sich Schalke um Heldt bemüht. Damals hatte Aufsichtsratschef Clemens Tönnies Heldt brisanterweise während des Saisonendspurts öffentlich umworben und zu dem Deal vielsagend erklärt: «Wenn nicht jetzt, dann im nächsten Jahr.» Auch Magath hatte sich für Heldt ausgesprochen. Beide verbindet ein Vertrauensverhältnis - von Anfang 2003 bis Juni 2004 sowie einige Jahre zuvor ein halbes Jahr bei Eintracht Frankfurt hatte Heldt in Stuttgart noch als Profi unter Magath gespielt. Selbst Insider hatten es lange für möglich gehalten, dass Heldt den Avancen des Konkurrenten erliegen würde, doch der VfB reagierte. Der Club berief Heldt als Verantwortlichen für den Bereich Sport in den Vorstand und stärkte damit erkennbar Heldts Position im Machtgefüge des Vereins. Einen solchen Beweis der Wertschätzung seiner Arbeit hatte der 359-malige Bundesliga-Spieler bis dahin angeblich vermisst. Zudem wurde Heldt, dessen Vertrag zuvor bis 2012 gültig war, für ein weiteres Jahr gebunden.
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