Schadenersatz: Amerell will Kempter verklagen
Frankfurt/Main (dpa) - 23.06.2010, 16:48 Uhr
Der ehemalige Schiedsrichter Amerell Klage einreichen.
Der ehemalige DFB-Schiedsrichterfunktionär Manfred Amerell will Referee Michael Kempter auf Schadenersatz verklagen. «Die Klage ist auf dem Weg», sagte Amerells Anwalt Jürgen Langer der Nachrichtenagentur dpa und bestätigte einen Bericht der «Sport-Bild». Amerell will in dem Zivilprozess 150 000 Euro erstreiten. «Kempter hat mein Leben zerstört. Kein Geld der Welt kann meine Reputation wiederherstellen», erklärte der Augsburger in der «Sport-Bild». Der 27-jährige Kempter hatte dem langjährigen DFB-Funktionär Amerell vorgeworfen, ihn sexuell belästigt zu haben. Amerell, früherer Schiedsrichter-Beobachter, bestreitet dies und trat am 12. Februar von allen Ämtern im Deutschen Fußball-Bund (DFB) zurück.
Amerell sieht gute Chancen auf einen Erfolg der Zivilklage. «Er hat zu viele Leute betrogen», meinte der 63-Jährige. «Er hat mich drei Monate lang wie eine Sau durchs Land treiben lassen. Kempter ist für mich vom Charakter her gar nicht mehr geeignet, ein Spiel zu pfeifen.» Zu den Betrogenen zählt Amerell auch den DFB-Präsidenten Theo Zwanziger. «Wenn Kempter ihm die Wahrheit gesagt hätte, dann hätte Zwanziger ihn aus seinem Büro rausgeschmissen», sagte Amerell, der die Glaubwürdigkeit Kempters erschüttert sieht. «In dem Prozess kann er nicht mehr rumeiern», meinte der 63-Jährige und kündigte reichlich Beweismaterial an. Zwanziger hatte nach den Anschuldigungen Kempters Partei für den jungen Referee ergriffen. Am Landgericht Köln wird derzeit verhandelt, ob Amerell weiter den Inhalt von privaten E-Mails, die Kempter ihm einst geschickt hatte, veröffentlichen darf. Die Richterin Margarete Reske hat das Urteil für den 30. Juni angekündigt. Die Staatsanwaltschaft Augsburg hatte zuvor Ende Mai ihre Ermittlungen gegen Amerell wegen sexueller Nötigung und gegen Kempter wegen Verleumdung eingestellt.
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