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HSV-Aufsichtsrat will Ruhe: Becker bleibt

Hamburg (dpa) - 09.06.2010, 12:53 Uhr

Horst Becker bleibt Aufsichtsratsvorsitzender beim Hamburger SV.
Horst Becker bleibt Aufsichtsratsvorsitzender beim Hamburger SV.

Beim Hamburger SV ist wieder Friede eingekehrt. Horst Becker bleibt dem Aufsichtsrat des Fußball-Bundesligisten erhalten. Sein in den letzten Tagen angedrohter Rücktritt wurde bei der Sitzung des Kontrollgremiums abgewendet. Die Mitglieder überredeten ihren Chef, weiterzumachen.

«Wir haben alles aufgearbeitet», sagte Becker über die zweieinhalbstündige Aussprache, in der kein Blatt vor den Mund genommen worden sei. «Ich habe Fehler gemacht, die Kollegen auch», betonte Becker. Dem Aufsichtsratschef war die Hauptschuld an der mehr als elfmonatigen ergebnislosen Suche nach einem neuen Sportchef gegeben worden, ehe Ex-Profi Bastian Reinhardt überraschend zum Nachfolger von Dietmar Beiersdorfer bestimmt wurde.

Der 69 Jahre alte Becker hatte seinen Rücktritt erwogen, weil er sich als Buhmann in eine Ecke gedrängt und seine Arbeit durch «gezielte Indiskretionen» von Aufsichtsrats-Kollegen torpediert sah. Insbesondere die Absage des Wunschkandidaten Nico-Jan Hoogma - der Niederländer spielte einst für den HSV - war Becker angelastet worden. Zudem trat vor wenigen Tagen Ex-Profi Sergej Barbarez aus dem Gremium zurück. Der Bosnier war von Becker als Kandidat für den Sportchef-Posten genannt worden. Im Kreise seiner elf Aufsichtsrats-Kollegen stieß Barbarez jedoch nicht auf Gegenliebe und zog sich daraufhin enttäuscht zurück.

Ob Becker auch nach der turnusmäßigen Mitgliederversammlung des Vereins im Januar nächsten Jahres Vorsitzender des Aufsichtsrates bleibt, ist ungewiss. Bei dieser Sitzung werden sechs der zwölf Ratsmitglieder neu gewählt. Becker selbst steht nicht zur Disposition, allerdings wird der Vorsitzende anschließend vom Kontrollgremium neu festgelegt.

Der HSV-Vorstand hatte zuvor den Aufsichtsrat über die Pläne unterrichtet, einen privaten Investor bei Spielertransfers ins Boot zu holen. So soll der Hamburger Logistik-Unternehmer Klaus-Michael Kühne bereit sein, sich bei der Verpflichtung neuer Spieler mit einer Summe von bis zu zehn Millionen Euro zu engagieren. Das sei jedoch kein «stückweiser Verkauf» des Vereins, sagte Vorstandsvorsitzender Bernd Hoffmann. Die «gesamte Entscheidungsgewalt» bleibe in der Hand des HSV.


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