Durch sein rüdes Foul an Michael Ballack hat sich Kevin-Prince Boateng die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga vorerst verbaut.
Seit der Attacke gegen Ballack im englischen Pokalfinale, die den deutschen Nationalmannschaftskapitän die WM-Teilnahme kostete, ist das Interesse deutscher Vereine an einer Verpflichtung des ghanaischen Neu-Nationalspielers vom Premier-League-Absteiger FC Portsmouth erloschen. «Er wurde von Bundesligaclubs beobachtet - aber nicht mehr seit dem Tackling. Wir hatten vor dem Pokalfinale Treffen mit zwei deutschen Vereinen. Seitdem rufen sie nicht mehr an», sagte Portsmouths' Insolvenzverwalter Andrew Andronikou der Lokalzeitung «The News».
Allerdings habe auch Boateng seit der Kontroverse kein Interesse mehr an einem Wechsel zurück nach Deutschland, sagte Andronikou weiter. «Ich erinnere mich noch lebhaft an unser erstes Gespräch über eine mögliche Rückkehr. Das hat sich aus seiner Sicht sicherlich geändert - und anscheinend auch aus der Sicht der deutschen Vereine», meinte Andronikou. Fußball werde von Emotionen und Meinungen bestimmt, die sich über Nacht ändern könnten. «Das ist offenbar bei diesem Spieler der Fall.»
Boateng hatte seine Karriere bei Hertha BSC begonnen und war 2007 zum Londoner Premier-League-Verein Tottenham Hotspur gewechselt, wo er sich aber nicht durchsetzten konnte. Nach einem kurzen Gastspiel auf Leihbasis bei Borussia Dortmund Anfang 2009 wechselte Boateng vergangenen Sommer zu Portsmouth.