DFL will Lizenzierungsverfahren verschärfen
Frankfurt/Main (dpa) - 31.05.2010, 12:29 Uhr
Christian Seifert ist der Geschäftsführung der DFL.
Frankfurt/Main (dpa) - Die Deutsche Fußball Liga (DFL) will das Lizenzierungsverfahren für die Proficlubs verschärfen. «Der Ligavorstand hat eine Kommission berufen, die sich umgehend mit diesem Thema befassen wird», kündigte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert an. Er bemängelte in einem Interview des Fachmagazins «kicker»: «Momentan geben einige Clubs systematisch zu viel Geld aus, leider vor allem in der 2. Liga.» Am Mittwoch läuft die Frist zur Erfüllung der Bedingungen ab, die die DFL in der ersten Runde des Lizenzierungsverfahrens verschiedenen Vereinen gestellt hatte. Auf die Frage, ob einem Verein der Lizenzentzug drohe, sagte Seifert nur: «Das hängt davon ab, ob alle Clubs die auferlegten Bedingungen erfüllen.» Als größter Wackelkandidaten gilt Arminia Bielefeld: Eine Rettung des finanziell angeschlagenen Zweitligisten wird zum Rennen gegen die Zeit. Bis zum 2. Juni muss der von der Insolvenz bedrohte Verein der DFL ein Konzept vorlegen. Die Finanzlücke beträgt insgesamt 10,2 Millionen Euro.
«Jetzt fehlen noch rund zwei Millionen Euro. Und ich bin zuversichtlich, dass wir bis zum Antragsschluss das Problem lösen werden», sagte der designierte Vereinspräsident Wolfgang Brinkmann. Bei einem Zwangsabstieg der Arminen könnte Hansa Rostock profitieren und trotz des Scheiterns in der Relegation gegen Ingolstadt auf den Verbleib in der 2. Liga hoffen. Im Fall des mit 35 Millionen Euro verschuldeten Bundesliga- Absteigers Hertha BSC soll die DFL nach unbestätigten Informationen Absicherungen in Höhe von fünf Millionen Euro gefordert haben. «Die Lizenz ist sicher. Die Saison ist bis zum Ende sauber durchfinanziert», betonte jedoch Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller. |