HSV: Reinhardt will lernen - Barbarez tritt zurück
Hamburg (dpa) - 28.05.2010, 16:52 Uhr
Bastian Reinhardt übernimmt beim Hamburger SV eine noch ungewohnte Rolle.
Hamburg (dpa) - Der von vielen als «Notlösung» titulierte neue Sportchef des Hamburger SV, Bastian Reinhardt, lässt sich von den massiven Vorbehalten nicht verunsichern «Ich habe ein dickes Fell», verriet der 34 Jahre alte Ex-Profi Hamburger Zeitungen. «Ich weiß, dass ich noch viel lernen muss. Aber ich bin voll motiviert», sagte Reinhardt. Kritiker sehen den ehemaligen Verteidiger als zu jung und unerfahren für das Fußball-Geschäft an. Reinhardt, der als Saisonziel die Qualifikation für die Champions League ausgibt, will beim HSV den Zusammenhalt unter den Spielern stärken. «Wenn wieder mal ein Sturm aufzieht, darf es nicht sein, dass wir ausbrechen», sagte Reinhardt. Der Teamgedanke soll auch durch mehr private Treffen gestärkt werden. «Wichtig ist, dass am Ende eine Mannschaft auf dem Platz steht, die für den HSV alles gibt und dass die Spieler Team-Spirit entwickeln.»
Von den Profis fordert Reinhardt, der Sportmanagement studiert hat, Loyalität. «Klappt das nicht, muss man Konsequenzen ziehen, einen Spieler mal zur Brust nehmen und Grenzen setzen», sagte er. In seiner Funktion als Vorstandsmitglied wird der gebürtige Mecklenburger auch bei Vertragsgesprächen dabei sein. Auf die Kritik, er habe zu wenig Kontakte, entgegnete der Ex-Profi: «Ich bin gut vernetzt, kenne viele Berater und Spieler.» Zudem wolle er auf das Netzwerk von Sportdirektor Urs Siegenthaler zurückgreifen. Unterdessen ist der frühere Fußball-Profi Sergej Barbarez aus dem Aufsichtsrat des HSV zurückgetreten. Horst Becker, Vorsitzender des Kontrollgremiums, bestätigte eine entsprechende Meldung von «Sport Bild online». «Ich bedauere das, kann das aber nachvollziehen», sagte Becker der Nachrichtenagentur dpa. Barbarez habe eine E-Mail an alle Mitglieder des Aufsichtsrates geschickt. «Man kann diese E-Mail als Rücktritt interpretieren», meinte Becker. |
Barbarez gehörte dem Gremium erst seit Januar 2009 an. Der 38 Jahre alte Bosnier fühlte sich bei der Suche nach einem neuen Sportchef offensichtlich übergangen. «Es hat mich gestört, dass ich von der Verpflichtung von Bastian Reinhardt als Sportchef erst fünf Minuten vor der Sitzung erfahre habe. Dabei geht es mir aber nur um den Ablauf, nicht um Bastian persönlich», sagte Barbarez «Sport Bild online». Auch Barbarez war als Kandidat gehandelt worden. Der frühere Stürmer fand jedoch keine Mehrheit unter seinen Ratskollegen. Auch Becker selbst hatte in den vergangenen Tagen einen Rücktritt als Vorsitzender des Aufsichtsrates in Erwägung gezogen. «Über meine Person möchte ich nichts sagen», teilte Becker mit. Der Platz von Barbarez im Kontrollgremium bleibt bis zur Mitgliederversammlung im Januar 2011 unbesetzt.
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