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Vorteil «Club»: Nürnberg fehlt letzter Schritt

Augsburg (dpa) - 14.05.2010, 15:55 Uhr

Der Nürnberger Eigler (M) jubelt mit seinen Kollegen über seinen Treffer zum 1:0.
Der Nürnberger Eigler (M) jubelt mit seinen Kollegen über seinen Treffer zum 1:0.

Nur noch ein letzter Schritt bis zur Rettung: Beim langen Marsch zum Bundesliga-Verbleib hat der 1. FC Nürnberg das Happy End vor Augen, doch Herausforderer FC Augsburg hat den Traum vom Fußball-Oberhaus noch längst nicht aufgegeben.

«Wer unsere Heimstärke kennt, weiß, dass noch alles offen ist. Ich bin überzeugt, dass wir das noch hinkriegen», sagte FCA-Geschäftsführer Andreas Rettig vor dem Endspiel am 16. Mai um den erstmaligen Aufstieg in die Bundesliga. Nach dem hoch verdienten 1:0 im ersten Relegationsspiel weiß Bundesligist Nürnberg jedoch die besseren Karten bei sich. «Augsburg muss nun gewinnen», sagte «Club»-Kapitän Andreas Wolf. «Wir werden in Augsburg genauso taktisch diszipliniert und klug spielen und uns das nicht mehr nehmen lassen.»

Ausgerechnet Christian Eigler, der schon vor einem Jahr in der Relegation gegen Energie Cottbus zwei Tore zum Aufstieg beigesteuert hatte, erwies sich für die Franken erneut als Lebensversicherung. Nach einem Festival der verpassten Chancen mit dem Höhepunkt des vergebenen Foulelfmeters durch Albert Bunjaku (67. Minute) erlöste der 26-Jährige die angesichts der schwachen Nürnberger Torausbeute verzweifelnden «Club»-Fans durch seinen Kopfballtreffer kurz vor Schluss (84.). «Wir haben ein gutes Spiel gemacht», sagte Eigler. «Nur die Chancenverwertung hätte besser sein können.»

Nicht können, sondern müssen. Nach verhaltener erster Halbzeit drängte der Favorit den abbauenden Zweitligisten immer weiter zurück und erspielte sich eine Torchance nach der anderen. «Nürnberg war in der zweiten Hälfte absolut besser», räumte Augsburgs Coach Jos Luhukay unumwunden ein. «Dass es bei nur einem Tor geblieben ist, ist gut für uns. Es ist sicherlich noch alles offen.» Doch ins offene Messer wollen die Schwaben nicht rennen: «Wir haben 90 Minuten Zeit, ein Tor zu machen», mahnte Luhukay. «Wir dürfen nicht unbedacht nach vorne rennen. Wir dürfen die Defensive nicht vernachlässigen.»

«Es war mehr möglich, aber wir haben nur ein Tor geschossen», fasste Nürnbergs Torhüter Raphael Schäfer das Manko des «Club»-Auftritts zusammen. Doch trotz der verpassten Vorentscheidung im Nervenspiel Relegation machte der knappe Heimerfolg gegen den nur in den ersten 45 Minuten überzeugenden Zweitliga-Dritten Mut. «In Augsburg müssen wir denselben Kampf hinlegen», forderte Schäfer. Zuschauen wird dann «Club»-Heißsporn Javier Pinola, der wie auch Gäste-Abwehrspieler Jonas de Roeck eine Gelb-Sperre absitzen muss. «Für ein Spiel ist er zu ersetzen», glaubt Routinier Schäfer.

Vorteil «Club», doch noch ist es in Franken zu früh zum Feiern. «Die Mannschaft mit dem größeren Siegeswillen wird am Sonntag feiern. Wir sind gut beraten, hellwach zu sein», erklärte Nürnbergs Trainer Dieter Hecking, der um die Heimstärke der Schwaben weiß. Gleich zwei Bundesligisten hatten im DFB-Pokal in dieser Saison in der neuen Augsburger Arena das Nachsehen. Und die Euphorie ist groß beim Außenseiter: Seit einer Woche ist die Partie mit 30 660 Zuschauern ausverkauft - und die erwartet ein heißer Tanz. «Wir müssen nun zwei Tage regenerieren und dann am Sonntag Vollgas geben», gab der überragende FCA-Keeper Simon Jentzsch die Marschroute vor. «Wir haben nichts zu verlieren.»


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