Funkel verlässt Hertha - Nachfolger gesucht
Berlin (dpa) - 11.05.2010, 17:48 Uhr
Friedhelm Funkel und Hertha BSC gehen getrennte Wege.
Trainer Friedhelm Funkel muss Bundesliga-Absteiger Hertha BSC Berlin nach nur sieben Monaten wieder verlassen. Der zum 30. Juni auslaufende Vertrag mit dem 56-Jährigen, der mit Hertha in 27 Spielen nur 21 Punkte holte, wird nicht verlängert. Das teilte der Hauptstadt-Club nach einer Präsidiumssitzung mit. Auf eine Diskussion über mögliche Kandidaten für die Funkel-Nachfolge wie Markus Babbel oder Michael Oenning ließen sich weder Hertha-Präsident Werner Gegenbauer noch Sport-Geschäftsführer Michael Preetz ein. «Hertha BSC und Trainer Friedhelm Funkel haben sich darauf verständigt, das zum Saisonende auslaufende Vertragsverhältnis nicht zu verlängern. Auch wenn das gemeinsame Ziel, der Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga, nicht erreicht wurde, bedankt sich Hertha BSC bei Friedhelm Funkel für seine Arbeit», hieß es in einer Presseerklärung des Vereins, den rund 35 Millionen Euro Verbindlichkeiten drücken.
Energisch war Gegenbauer dem Vorwurf entgegengetreten, der Abstieg wäre durch einen risikoreicheren Einsatz von Finanzmitteln zu verhindern gewesen. «Ich kann es nicht mehr hören: diese Vermutung, wir würden sparen. Richtig ist: Wir sind finanziell immer bis an die Grenzen des Möglichen gegangen», sagte Gegenbauer im RBB-Fernsehen. Er kündigte an: «Wir werden in der nächsten Saison in der Zweiten Bundesliga wahrscheinlich den höchsten Etat aller Clubs haben.» Hertha wirtschaftete in der abgelaufenen Saison mit 75 Millionen Euro. Dieser Etat schrumpft für die Zweite Liga um mehr als die Hälfte auf 30 Millionen Euro. Von dieser Summe entfallen 13 bis 14 Millionen auf Spielergehälter. Gegenbauer bestätigte noch einmal, dass der Verein seit längerer Zeit auf der Suche nach einem strategischen Partner ist. «Den zu finden, ist uns noch nicht gelungen», gab der Hertha-Präsident zu. |