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Dämpfer für Magath - Keine «Alleingänge» erlaubt

Gelsenkirchen (dpa) - 11.05.2010, 13:18 Uhr

Schalke-Trainer Felix Magath spricht in Gelsenkirchen bei der Jahreshauptversammlung.
Schalke-Trainer Felix Magath spricht in Gelsenkirchen bei der Jahreshauptversammlung.

Als Trainer ist er nach der Erfolgssaison unumstritten, doch finanzielle «Alleingänge» wird es für den Manager Felix Magath beim FC Schalke 04 nicht geben.

Dem Wunsch des 56-Jährigen nach größerem Handlungsspielraum und mehr Eigenständigkeit bei Transfers erteilten die Mitglieder des Fußball-Bundesligisten auf der Jahreshauptversammlung eine klare Abfuhr. Sie stimmten gegen eine geplante Satzungsänderung.

Der neue Passus sollte es dem Vorstand erlauben, auch Geschäfte mit einem Volumen von mehr als 300 000 Euro im Rahmen eines zuvor festgelegten Budgets ohne einzelne Zustimmung des Aufsichtsrats abzuschließen. Magath - nach dem Ausscheiden von Präsident Josef Schnusenberg alleiniger Vorstand neben Geschäftsführer Peter Peters - schien diese Einschränkung nicht mehr «zeitgemäß».

Sichtlich verstimmt nahm er das unerwartete Votum zu später Stunde zur Kenntnis, kommentieren mochte er es auch am folgenden Tag nicht. Nur 422 Mitglieder stimmten für den Antrag, 441 dagegen. Die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit wurde deutlich verfehlt. Dahinter steckt offenbar die Sorge, Magath könne mit einer zu großen Machtfülle nahezu allein über Transfers entscheiden.

Zuvor hatten der Trainer und Aufsichtsrats-Vorsitzende Clemens Tönnies, der für weitere drei Jahre in das Kontrollgremium gewählt wurde, intensiv für «strukturelle Veränderungen» geworben. «Wir brauchen Vertrauen für Veränderungen und Investitionen im Rahmen unserer Möglichkeiten, damit der FC Schalke 04 nicht nur einer der besten Clubs in Deutschland, sondern in Europa wird», sagte Magath. Zuvor waren er und die komplette Mannschaft des Vizemeisters - darunter auch der zu Dynamo Moskau wechselnde Kevin Kuranyi - mit großem Applaus in der Veltins-Arena empfangen worden.


Trotz der miserablen Bilanz 2009 mit einem Jahresverlust von 16,8 Millionen Euro und einem unveränderten Schuldenstand im Verein von 135 Millionen Euro wurden Vorstand und Aufsichtsrat nach dem «schwierigen, aber erfolgreichen Jahr» (Tönnies) entlastet. Für Unmut und vereinzelte Pfiffe sorgten die angekündigte Preiserhöhung der Eintrittskarten und die Verpflichtung von Christoph Metzelder. «Ich bitte Sie, ihm eine Chance zu geben», bat Magath. «Auch wenn er sich vor einigen Jahren einmal nicht ganz korrekt verhalten hat.»

Viele Fans haben dem früheren Profi des Erzrivalen Borussia Dortmund nicht verziehen, dass er in Anspielung auf den knapp verpassten Schalker Titel 2001 vor drei Jahren zusammen mit anderen BVB-Spielern im Internet T-Shirts mit der Aufschrift «Meister der Herzensbrecher» angeboten hatte. Magath ist dennoch sicher, dass der ablösefrei von Real Madrid geholte Profi alles für Schalke geben wird. «Gemeinsam mit uns hat er ein Ziel: Am Ende einer jeden Saison vor unserem Nachbarn zu stehen», sagte der Coach.

Magath kündigte an, dass neben Kuranyi, Mineiro und Torhüter Mohamed Amsif weitere Profis den Club verlassen werden. Marcelo Bordon, über dessen Weggang spekuliert wird, will seinen Vertrag bis 2011 erfüllen. «Ich bleibe», sagte er.

Die Möglichkeiten für Verstärkungen sind laut Magath wegen der Finanzlage «eingeschränkt». Gleichwohl müsse man sich für die Saison in der Champions League rüsten. Neben Metzelder hat Schalke bisher Kaiserslauterns Stürmer Erik Jendrisek verpflichtet, Tim Hoogland kehrt - ebenfalls ablösefrei - von Mainz 05 zurück. Ob Michael Ballack wirklich ein Thema ist, ließ Magath offen: «Wir müssen das Team in der gesamten Struktur stärken.»

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