«Wir leben noch», lautete das Motto von Moniz, der den gestrauchelten Hanseaten zumindest in der Schlussphase der Saison wieder Leben einhauchte. Ihnen war das Trauma aus dem Vorjahr, als Werder den HSV mit drei Siegen binnen 19 Tagen gedemütigt und dabei aus DFB-Pokal, UEFA-Cup und Meisterschaftsrennen geworfen hatte, nicht unbedingt anzumerken. «Wir haben in den letzten beiden Spielen gezeigt, wo wir hinwollen», sagte van Nistelrooy, der auf jeden Fall noch eine Saison an der Elbe bleiben wird. Mit Zweikampfhärte, aber Fairness gingen die Nordteams in die Begegnung, in der es kaum Mittelfeld-Geplänkel gab. Nach acht Minuten musste bereits Nationaltorhüter Tim Wiese sein ganzes Können unter Beweis stellen, als van Nistelrooy nach einer Flanke von Dennis Aogo zum Kopfball kam. Wiese, der schon bei seiner Vorstellung von den mitgereisten 3500 Hamburger Anhängern wegen der Provokationen aus den Vorjahren ausgepfiffen wurde, rettete glänzend. Auch beim Nachschuss von Piotr Trochowski war er da. Werders Kapitän Torsten Frings bewies gute Übersicht, als er sich nach 17 Minuten in den Schuss von van Nistelrooy frei vor Wiese schmiss. Der Niederländer (52./65) vergab auch später nur knapp vor dem Werder- Gehäuse. Acht Minuten vor Schluss nutzte er aber eine Vorlage von Zé Roberto und traf in den Winkel. Auf der Gegenseite hatte Frank Rost, der zehn Jahre an der Weser gespielt hatte, in der stürmischen Anfangsphase alles im Griff. Besonders bei den Ecken von Mesut Özil war Rost Herr im Strafraum. So rettete der Keeper nach einem Kopfball von Naldo (13.) in höchster Not. Die beste Chance in den ersten 45 Minuten hatten die Hausherren Sekunden vor dem Pausenpfiff, als Pizarro nach Flanke von Frings gegen den Pfosten köpfte. Dem technisch brillanten Peruaner gelang dann das wichtige 1:0, als er eine Flanke von Clemens Fritz mit der Hacke über die Torlinie schob. Gegen keinen anderen Gegner traf der Südamerikaner öfter ins Tor: Elfmal war er zuvor bereits gegen den HSV erfolgreich gewesen - wie sonst nur gegen Wolfsburg. Den Torrekord von Giovane Elber, der mit 133 Toren bester ausländischer Torschütze der Bundesliga ist, stellte Pizarro zum Saisonfinale auch ein.
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