SCHALKE V WOLFSBURG: Schalke nach oben, Wolfsburg nach unten und Felix Magath hier wie dort an der Spitze dabei! Nach seinem Wechsel von Meister Wolfsburg zum Revierclub, der die vergangene Saison auf Platz 8 abschloss, krempelte der Erfolgs-Coach auf Schalke fast alles um. Auch wenn der Traum von der Meisterschaft letztendlich platzte, sicherte Magath mit dem zweiten Platz den Einzug in die Champions League und gab dem Verein auch wirtschaftlich eine neue Perspektive. Umgekehrt in Wolfsburg: Ohne Magath, der mit dem Meistertitel 2009 den größte Erfolg der Vereinsgeschichte erzielte, landen die Wölfe zum Saison-Ende auf Platz 8. In der Champions League kamen die Neulinge nicht über die Gruppenphase hinaus. Im Januar wurde Trainer Armin Veh nach zuletzt neun sieglosen Pflichtspielen beurlaubt. Für Interims-Coach Lorenz-Günther Köstner ist noch kein Nachfolger gefunden. Einziger Trost: Schalke zeigt, dass es auch vom achten Platz ganz schnell wieder an die Spitze gehen kann. BAYERN MÜNCHEN V HERTHA BSC: Schampus und Tränen - der vorletzte Spieltag war für beide Teams der Tag der Entscheidung. Bayern München feierte mit Freudentänzen und Schampus-Duschen vorzeitig den 22. Titel, der so gut wie sicher ist und den Traum vom ersten Triple näher rücken lässt. Architekt des Erfolgs ist Trainer Louis van Gaal. Der 58-Jährige bildete aus internationalen Einzelkönnern wie Robben, Olic und Ribéry sowie eigenen Talenten wie Müller, Badstuber oder Contento ein überragendes Kollektiv. Trauer und Tränen zeitgleich bei Hertha BSC: In der vergangenen Saison noch knapp an der Champions League vorbeigeschlittert, jetzt vorzeitig abgestiegen. Berlin ist nicht nur arm und sexy, sondern auch die einzige relevante Hauptstadt Europas ohne einen Fußball- Erstligisten. Mit nur einem Sieg beendete Hertha die Vorrunde und auch in der Rückrunde kam es nie aus dem Tabellen-Keller raus. Der fünfte Abstieg nach 1965, 1980, 1983 und 1991 überraschte fast niemanden mehr. Und am letzten Spieltag ist ausgerechnet Bayern zu Gast, um sich die Meisterschale abzuholen. KIESSLING V KLOSE: Der Überraschungs-Torjäger trifft, der Supertorschütze enttäuscht. Stefan Kießling führt mit Edin Dzeko die Torschützenliste an. Mit 21 Treffern hat der 1,91 Meter lange Schlaks dazu beigetragen, dass die Werkself 17 Mal Spitzenreiter der Liga war und sicher in der Europa League spielen wird. Sollte der 26-Jährige am Samstag tatsächlich die Torjäger-Kanone abräumen, wäre er der erste Torschützenkönig aus Leverkusen nach Ulf Kirsten und der erste deutsche seit Miroslav Klose 2006, der damals 25 Treffer erzielte. Von diesen Zeiten kann Klose in der aktuellen Saison nur träumen. Immer wieder saß der 31-Jährige bei den Bayern auf der Bank, und wenn er spielte, traf er selten. Bei 21 Einsätzen, darunter elf von Anfang an, schoss Klose gerade mal drei Tore. THOMAS TUCHEL V RALF RANGNICK: Der neue Trainer-Star glänzte, sein einstiger Lehrmeister patzte. Thomas Tuchel avancierte vom Nachwuchs- Coach zum Profi-Trainer beim FSV Mainz 05. Mit zwei Siegen entzauberte er im direkten Duell gegen 1899 Hoffenheim seinen früheren Lehrmeister Ralf Rangnick, der ihn einst als Jugendtrainer zum VfB Stuttgart geholt hatte. Rangnick konnte unterdessen nicht an den sensationellen Erstliga- Start Hoffenheims der vergangenen Saison anknüpfen. Nach dem Sturmlauf von der Regionalliga ins Oberhaus und dem Gewinn der Herbstmeisterschaft 2008 war der Club in der vergangenen und auch dieser Rückrunde böse abgestürzt und steht als Tabellenelfter schlechter als erwartet da. Der Coach wirkte machtlos und dachte laut darüber nach, ob er überhaupt bei den Badenern weitermacht.
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