Der «Club» der Leiden: Achter Abstieg droht
Nürnberg (dpa) - 05.05.2010, 11:03 Uhr
Angelos Charisteas von Nürnberg ärgert sich über eine vergebene Chance.
Zittern mit Tradition - die Leidensfähigkeit der großen «Club»-Familie wird wieder einmal auf eine harte Probe gestellt. Klassenerhalt, Relegation oder Abstieg - der 1. FC Nürnberg hat sein Schicksal selbst in der Hand. Im schlimmsten Fall droht beim Saisonfinale der Fußball-Bundesliga aber der achte Abstieg und damit ein weiteres dunkles Kapitel in der von Auf und Abs begleiteten Geschichte der fränkischen Fahrstuhlmannschaft, denn so oft ist noch keine Mannschaft aus der Bundesliga abgestiegen. Die Franken und ihr «Club» - das sind Triumph, Titel und Tränen. Und nun womöglich sogar das Prädikat «Rekord-Absteiger». Dabei ist noch alles möglich. Der Klassenerhalt, vielleicht auch mit fremder Hilfe. Das Nachsitzen gegen den FC Augsburg, oder aber der Abstieg. Martin Bader, seit Januar 2004 Sportdirektor am Valznerweiher, hat wie kaum eine anderer die Schicksalschläge des Fußballs hautnah miterlebt: Aufstieg 2004, Pokalsieg 2007, Abstieg 2008, Aufstieg 2009. Er hat gelernt, «stets mit einem Auge in der zweiten Liga» zu sein.
Bader hat längst den Plan B für den Abstiegsfall in der Schublade. Sämtliche Spieler haben auch Verträge für die 2. Liga, zu deutlich reduzierten Bezügen. Die rund 15 Millionen Euro, die der FCN nach seiner Einschätzung in Liga zwei weniger in der Kasse hat - vor allem wegen der von 16 auf knapp sieben Millionen Euro sinkenden Fernseheinnahmen - sollen bei den Ausgaben für die Profis eingespart werden. Der Abstieg vor zwei Jahren riss ein Loch von 5,8 Millionen Euro in die «Club»-Kasse. Damals wurden Spieler für elf Millionen Euro verkauft. Auch diesmal hätte der Altmeister einige Verkaufsschlager im Angebot wie Torjäger Albert Bunjaku oder den jungen Verteidiger Dennis Diekmeier. Doch Bader redet darüber nicht gerne, «denn wieder Spieler zu verlieren, wieder von vorn anzufangen, das tut weh». |