Diese Zahl wollte Seifert nicht bestätigen. Er unterstrich jedoch den Ernst der Lage: Nach den fetten Jahren mit steigenden Einnahmen aus dem Fernsehvertrag müssten die Vereine in den kommenden Spielzeiten Kostendisziplin üben. «Wenn die eine Kurve flacher wird, muss auch die andere Kurve flacher werden. Sonst würden die sich irgendwann an einem bestimmten Punkt kreuzen und das kann nicht in unserem Sinne sein», erklärte Seifert. Vor dem letzten Spieltag zog der DFL-Geschäftsführer dennoch eine zufriedene Bilanz. «Ich glaube, dass auch diese Saison für die Bundesliga, für ihre Fans, für die Sponsoren, aber auch für die Medienpartner eine außergewöhnlich gute und positive war», sagte Seifert. Zufrieden zeigte er sich auch mit den neuen Anstoßzeiten, über die vor Saisonbeginn heftig debattiert worden war. «Unterm Strich hat sich der neue Spielplan bewährt. Die Einführung des 18.30- Uhr-Spiels in der Bundesliga am Samstag funktioniert. Und selbst die ARD hat keine Sportschau-Zuschauer verloren. Sky ist damit zufrieden, das ZDF profitiert auch davon.» Auch im europäischen Wettbewerb könne sich die Bundesliga sehen lassen. «De facto liegen wir heute auf Platz zwei hinter der Premier League, sowohl was die Umsätze angeht als auch die Verteilung der Gelder auf die Vereine, die international spielen», sagte Seifert. Und auch sportlich gehe der Trend nach mageren Jahren eindeutig nach oben. «Dass die Bundesliga den Spagat schafft zwischen wirtschaftlicher Vernunft und sportlicher Leistungsfähigkeit - das ist das eigentlich Bemerkenswerte. Diesen Spagat kontinuierlich fortzuführen, ist die große Herausforderung», sagte Seifert. Ein Dorn im Auge sind ihm die Margen der Spielerberater, die im Millionenspiel kräftig mitverdienen. «Mir treiben die Summen auch Tränen in die Augen, wenn ich mir vorstelle, dass wir 10 bis 15 Prozent der Fernseheinnahmen sozusagen eins zu eins an die Berater überweisen. Denn wir müssen ziemlich hart daran arbeiten, dass dieses Geld reinkommt», meinte Seifert. Als nationale Liga könne die DFL die Regularien nicht ändern. «Deshalb bräuchte es dazu ganz dringend Vorgaben der FIFA», forderte er.
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