Im 50. Pflichtspiel unter van Gaal «müllerten» sich die Bayern zu Titel Nummer 1. Mit seinen Saisontreffern elf bis 13, seinem ersten Bundesliga-Dreierpack, war Jung-Nationalspieler Thomas Müller der Mann des Tages. Mit Brust (18. Minute), Kopf (20.) und Fuß (69.) traf die wohl größte Entdeckung dieser Saison. «Viele Fußballer arbeiten jahrelang daraufhin, einmal Meister zu werden. Mich hat es gleich im ersten Jahr erwischt - überragend», jubelte der 20-Jährige. Christian Fuchs erzielte per Freistoß das Bochumer Ehrentor (85.). Zu dem Zeitpunkt war die ausverkaufte Allianz Arena längst ein Party-Tempel. Um 16.42 Uhr brach ein Jubel-Orkan los, als die Kunde vom Bremer Führungstor auf Schalke kam. Häme gegen Felix Magath und den Vize-Meister verkniffen sich die Münchner jedoch. «Felix und Schalke haben uns einen heißen Tanz geliefert», sagte Rummenigge. Am Ende haben die Bayern souverän den Titel eingefahren - und das nach dem schlechtesten Saisonstart seit 43 Jahren und bis zu acht Punkten Rückstand auf die Spitze. Der Baumeister des Erfolgs ist Louis van Gaal, der ein überragendes Kollektiv aus Einzelkönnern wie Robben und Ribéry sowie Talenten wie Müller, Badstuber oder Contento formte. «Für mich hat der Titel einen sehr großen Wert. Ich denke nicht, dass viele Trainer in Europa das Glück haben, in drei Ländern Meister zu werden. Darauf bin ich sehr stolz», sagte der Mann, der in seiner Heimat Holland, in Spanien und Deutschland triumphiert hat. Ex-Nationalspieler Dariusz Wosz muss als Interimstrainer des VfL dagegen den Sturz in Liga zwei befürchten. Ein Wunder konnte der Nachfolger von Heiko Herrlich in München nicht vollbringen, die einstmals «Unabsteigbaren» standen beim neuen Meister brav Spalier. Wie ein ICE überrollten die Bayern anfangs die Bochumer. «Aber wir haben uns am Ende nicht abschlachten lassen», lobte Wosz die Moral. Nun zählt allein das Abstiegs-Endspiel gegen Hannover, das die Rettung oder zumindest die Relegation gegen den Dritten der 2. Liga einbringen soll. «Wir müssen Hannover schlagen, egal wie. Ich werde mein letztes Hemd dafür geben», kündigte Wosz pathetisch an.
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