Aus seiner Zeit bei Schalke kennt Mesut Özil die königsblaue Sehnsucht nach der ersten Meisterschaft seit 1958 nur zu gut. Deshalb wollte der Nationalspieler im Anschluss an seine Gala-Vorstellung nicht auch noch Salz in die offene (Titel-)Wunde streuen.
«Sie sind schon so lange kein Meister geworden und immer kurz davor gescheitert, da tun sie mir schon etwas leid», gab der 21-Jährige von Werder Bremen nach dem 2:0-Erfolg in Gelsenkirchen zu. Auf dem Platz kannte Özil weniger Mitgefühl für den Club, den er Anfang 2008 wegen Vertragsstreitigkeiten im Unfrieden verlassen hatte. Nach einem starken Solo leitete der Spielmacher mit seinem neunten Saisontreffer (55. Minute) die Schalker Pleite ein und bereitete das Tor von Hugo Almeida (64.) vor.
Pünktlich zur Weltmeisterschaft in Südafrika zeigt die Formkurve von Özil damit nach oben. «Für einen jungen Spieler hat er eine normale Entwicklung genommen, die durchaus wechselhaft sein kann», lobte Bremens Clubchef Klaus Allofs den «Matchwinner», der jede Häme über die Schalker Trauer vermied. So stellte sich auch Özils Freude über seinen Treffer, nach dem er die Hände an die Ohren legte, nicht als Spott, sondern nur als Imitation heraus: «Ich habe so gejubelt wie Almeida», erklärte er.