Im 50. Pflichtspiel unter dem Erfolgstrainer, der im Herbst 2009 bei acht Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze heftig gewackelt hatte, war Jung-Nationalspieler Müller mit seinen Saisontoren elf bis 13 (20./22./69. Minute) der Mann des Tages. «Die ersten 25 Minuten waren hervorragend, unser bester Fußball in der Allianz Arena mit unglaublichen Toren», schwärmte van Gaal. Für Bochum traf Christian Fuchs mit einem platzierten Freistoß (85.). Interimstrainer Dariusz Wosz konnte beim VfL auf Anhieb kein Wunder vollbringen. «Aber wir haben uns nicht abschlachten lassen», betonte er. Im Heimspiel gegen Hannover 96 kommt es am 34. Spieltag für die auf einen direkten Abstiegsplatz abgestürzten Bochumer zu einem echten Endspiel. «Wir müssen Hannover schlagen, egal wie», sagte Wosz beschwörend. Der Ex-Nationalspieler hatte beim VfL zwei Tage nach der Entlassung von Heiko Herrlich Mut bewiesen, baute die Startelf auf vier Positionen um und bot in Stanislav Sestak und Zlatko Dedic zwei Stürmer auf. Umsonst: Wie ein ICE rollte die Bayern-Offensive an, Ivica Olic (5./6.) und Müller (5.) hatten die ersten Chancen. Bei seinem frühen Doppelschlag traf Müller erst mit der Brust und dann nach einer Volley-Kombination über Philipp Lahm und Franck Ribéry mit dem Kopf. Nach der Zirkus-Nummer nahmen die Bayern ein wenig Gas raus. In dieser Phase kamen auch die Bochumer zu Chancen durch Paul Freier (28.), Milos Maric (33.) und Sestak (39.). Der Bayern-Sieg hätte sogar noch höher ausfallen können: Müller traf noch den Pfosten (54.), der eingewechselte Mario Gomez hatte Pech mit einem Pfostenschuss (81.). All diese Szenen gingen aber fast unter in dem gewaltigen Jubel über die Bremer Tore in Gelsenkirchen. Er habe es «erwartet», dass Schalke gegen Bremen patzen würde, sagte van Gaal, der stolz hinzufügte: «Es haben nicht viele Trainer das Glück, in drei Ländern Europas Meister zu werden.» In Holland, Spanien und nun Deutschland.
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