Herthas fünfter Abstieg - Funkel: «Bitterer Abgang»
Leverkusen (dpa) - 01.05.2010, 20:06 Uhr
Der Berliner Trainer Funkel tröstet seinen Spieler Steve von Bergen nach dem 1:1.
Niedergeschlagen sanken die Spieler von Hertha BSC auf den Rasen und verharrten dort minutenlang nach dem besiegelten Abstieg aus der Fußball-Bundesliga. «Das ist ein bitterer Abgang und ein Spiegelbild der Saison», sagte Cheftrainer Friedhelm Funkel, dessen Zukunft offen ist. Ein 1:1 (1:0) bei Bayer 04 Leverkusen reichten nicht, um die Entscheidung über den fünften Abstieg nach 1965, 1980, 1983 und 1991 noch einmal aufzuschieben. Vor 30 210 Zuschauern hatten die Gäste einmal mehr gut gespielt, waren durch Raffael (12. Minute) in Führung gegangen und mussten nach dem Ausgleich durch Manuel Friedrich (59.) alle Hoffnungen begraben. «Ich habe noch keine Mannschaft gesehen, die so gut spielt und absteigt wie Hertha», zollte Bayer-Trainer Jupp Heynckes dem Gegner Anerkennung. Mit einer dürftigen Leistung und dem Remis dürften die Leverkusener die Champions-League-Teilnahme verspielt haben - die Europa-League-Qualifikation ist dagegen geschafft. «Wir haben noch eine minimale Chance, im Fußball passiert viel», sagte Nationaltorwart René Adler, der nach einem Rippenbruch zwischen die Pfosten zurückgekehrt war und eine WM-würdige Leistung zeigte. Vor dem Saisonfinale bei Borussia Mönchengladbach liegt die Werkself mit zwei Punkten Rückstand hinter Werder Bremen auf Platz vier.
Für die Schönspieler aus Leverkusen, die ungewohnt viele technische Fehler machten, war der «Tag der Arbeit» kein guter. «Besonders in der ersten Halbzeit hat die Mannschaft keine Bindung zum Spiel gefunden», kritisierte Heynckes und lobte die Moral nach der Pause. In den ersten 45 Minuten konnte sein Team kaum Chancen erspielen, allein Tranquillo Barnetta (2.) mit einem Schuss und Eren Derdiyok (34.) mit einem Fallrückzieher sorgten etwas für Gefahr. Tabellen-Schlusslicht Hertha merkte man an, dass es die letzte Chance nutzen wollte. In der 5. Minute hatten die Gäste noch Pech, als Theofanis Gekas nur den Innenpfosten traf. Sieben Minuten später wurde der Ex-Leverkusener dann zum Wegbereiter des Führungstores: Seinen präzisen Lupfer verwandelt Raffael zum 1:0. Beinahe hätte der starke Grieche auch noch das 2:0 vorbereitet, doch Cicero rutschte um Zentimeter am Ball vorbei. |