HSV im Sturzflug - Labbadia droht das Aus
Sinsheim (dpa) - 25.04.2010, 19:40 Uhr
Die Hoffenheimer Ibisevic (l) und Obasi (r) bejubeln den Treffer zum 3:0 durch Obasi.
Die Mannschaft hilflos, der Boss fast sprachlos und der Coach wohl bald vertragslos: Nach dem 1:5 (0:3)-Debakel in Hoffenheim droht dem Hamburger SV in der kommenden Saison die Zuschauerrolle auf europäischer Bühne und Trainer Bruno Labbadia das Aus. Vier Tage vor dem Halbfinal-Rückspiel in der Europa League beim FC Fulham vermied HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann unter dem Eindruck des desaströsen Auftritts ein klares Bekenntnis zur Zukunft von Labbadia. «Wir werden gemeinsam mit dem Trainer alle Maßnahmen diskutieren, wie wir uns am Donnerstag aufstellen können, um eine bessere Leistung auf den Platz zu bringen. Mehr ist dazu momentan nicht zu sagen», erklärte Hoffmann. Durch die höchste Saisonniederlage ist der Bundesligazug nach Europa für die Hanseaten zwei Spieltage vor Saisonende bei fünf Punkten Rückstand auf Platz sechs abgefahren. «Jeder Spieler hat sich mit dieser desaströsen Leistung selbst geschadet», kritisierte Hoffmann. «Ich habe nicht gedacht, dass es einmal so schlimm werden könnte.»
«Wir haben die letzte Chance auf die Europa League verspielt - in einer Art und Weise, wie wir uns in dieser Saison noch nicht präsentiert haben. Es war eine desolate Leistung. Ich bin sehr, sehr enttäuscht, wie wir aufgetreten sind», sagte Labbadia. Zu seiner Zukunft wollte sich der 44-Jährige nicht direkt äußern. «So eine Situation wünscht man sich als Trainer nicht», sagte er aber. «Das ist ein bitterer Moment.» Dagegen war Trainerkollege Ralf Rangnick nach dem Ende der Hoffenheimer Negativserie von sieben sieglosen Spielen glücklich und erleichtert. «Das tut unheimlich gut. Das war heute auch für die Fans ein guter Tag. Natürlich haben uns die zwei frühen Tore gut getan. Ich glaube, wir haben heute in einem Spiel so viele Tore geschossen wie in den letzten sechs, sieben Spielen nicht», meinte Rangnick. |