Bundesliga vor Herzschlagfinale: S04 schließt auf
Düsseldorf (dpa) - 25.04.2010, 13:09 Uhr
Die Schalker jubeln über den 1:0-Erfolg gegen Hertha.
Der Fußball-Bundesliga steht ein Herzschlagfinale bevor. Zum 24. Mal in ihrer Geschichte wird die Meisterschale offiziell erst am letzten Spieltag vergeben. Doch nicht nur der sich zuspitzende Titel-Zweikampf zwischen dem FC Bayern München und dem punktgleichen Verfolger FC Schalke 04 verheißt Spannung bis zur letzten Sekunde. Das enge Rennen um die restlichen internationalen Plätze und den Klassenverbleib sind Indizien für den hohen Unterhaltungswert und die Vitalität der Spielklasse. Das dürftige 1:1 der Bayern in Mönchengladbach animierte Felix Magath zu ersten Psycho-Spielchen. Mit verschmitztem Lächeln setzte der Schalker Trainer-Fuchs die Münchner auch verbal unter Druck: «Die erste Überraschung haben wir schon gesehen. Und es können noch zwei folgen.» Der altbekannte Bayern-Dusel scheint auf die Schalker übergegangen zu sein. Im Stil des Rekordmeisters nutzten die Magath-Profis beim glücklichen 1:0 in Berlin die Gunst der Stunde. Nur drei Minute vor dem Abpfiff avancierte Torschütze Heiko Westermann zum Matchwinner und versetzte den großen königsblauen Anhang in Euphorie. Damit ebnete der finanziell angeschlagene Revierclub den Weg in die lukrative Champions League und schloss wieder zum FC Bayern (64 Punkte) auf. Das eröffnet die Chance, sich für das Trauma von 2001 zu revanchieren, als die Bayern durch einen Last-Minute-Treffer in Hamburg die Schalker aus allen Meisterträumen rissen.
Die ungewohnte Nervenschwäche der Bayern, die beim 1:1 in Mönchengladbach ihren Zwei-Punkte-Vorsprung verspielten, schürt den Optimismus der Schalker. Wenige Tage vor dem Rückspiel in der Champions League bei Olympique Lyon gingen den Münchnern nicht nur Punkte, sondern auch die Manndecker verloren. Sowohl Daniel van Buyten als auch Martin Demichelis mussten verletzt ausgewechselt worden. «Das war heute ein Drama», kommentierte Trainer Louis van Gaal das Verletzungspech. Nur gut, dass der niederländische Fußball-Lehrer mit der Einwechslung von Miroslav Klose ein gutes Näschen bewies. Der Ausgleichstreffer des Nationalspielers bewahrte sein Team zumindest vor dem Verlust der Tabellenführung. Trotz des leichten Rückschlags stellte Bayern-Präsident Uli Hoeneß Zuversicht zur Schau und konterte die Kampfansage der Schalker auf seine Weise: «Wir haben zwei Spiele. Wenn wir die gewinnen, sind wir deutscher Meister. Für Felix Magath gibt es gar nichts zu frohlocken.» Dieser Optimismus kommt nicht von ungefähr: Schließlich weisen die Bayern das deutlich bessere Torverhältnis auf und haben das leichtere Restprogramm. |