Hertha zittert vor 2. Liga - Preetz «keine Frage»
Berlin (dpa) - 23.04.2010, 12:27 Uhr
Über den Weggang von Hertha-Kapitän Arne Friedrich (r) wird bereits spekuliert.
Die Vorbereitung war laut Friedhelm Funkel «ganz normal», das Spiel gegen Schalke 04 allerdings könnte für Hertha schon zum großen Knall werden. Kann das Tabellen-Schlusslicht aus Berlin auch gegen den Titel-Kandidaten im eigenen Stadion nicht gewinnen, wäre bei Siegen der Keller-Konkurrenz schon drei Spieltage vor Saisonende in der Fußball-Bundesliga der Abstieg besiegelt. Zuletzt hatte Hertha 1991 den Weg in die Zweitklassigkeit antreten müssen, erst sechs Jahre später gelang die Rückkehr. Noch wehren sich die Verantwortlichen verbal mit allen Kräften: «Wir werden alles investieren, was in der Mannschaft steckt. Ich glaube daran, dass wir gewinnen können», kündigte Cheftrainer Funkel an. Doch angesichts von fünf Punkten Rückstand auf das rettende Ufer schweben die düsteren Prognosen längst über dem Olympiastadion, wo Hertha seit unglaublichen 259 Tagen auf einen Heimsieg wartet.
Die Partie gegen den Erzrivalen Schalke - seit Beginn der 70er Jahre verbindet vor allem die Fans beider Clubs in Auswirkung des damaligen Bundesliga-Skandals eine Feindschaft - weckt die Erinnerungen daran, wie der beispiellose Absturz der «Alten Dame» begann. Am vorletzten Spieltag der Vorsaison hatte Hertha noch als Tabellen-Dritter, Meister- und Champions-League-Kandidat «Königsblau» empfangen. Das 0:0 und das anschließende 0:4 bei Absteiger Karlsruher SC leitete bereits den bisher nicht zu stoppenden Niedergang ein. 14 Heimspiele nacheinander hat Hertha nicht gewonnen. Die schlechteste Bundesliga-Mannschaft der Geschichte, Tasmania Berlin, hält aus der Saison 1965/66 den Rekord von 15 Heimspielen in Serie ohne Sieg. Nun ist ausgerechnet Schalke für Hertha der allerletzte Rettungsstrohhalm. «Wir müssen an unsere Chance glauben. Wir werden das Spiel genauso vehement angehen wie die bisherige Rückrunde», kündigte Funkel an - und trichterte das auch seinem Personal ein. |