Talentforscher van Gaal läuft Magath den Rang ab
München (dpa) - 21.04.2010, 13:33 Uhr
Trainer Louis van Gaal (l) beim Training mit Thomas Müller.
Es ist nicht nur der Titel des deutschen Fußball-Meisters, den Felix Magath in diesen Tagen an Louis van Gaal zu verlieren droht. Über Jahre hinweg galt Magath als Talentförderer Nummer eins in der Bundesliga. Magath formte aus Jungspunden Leistungsträger und aus Leistungsträgern Nationalspieler. Sein bewährtes Konzept führt der 56-Jährige auch beim klammen FC Schalke 04 fort - doch als Chefausbilder hat er namhafte Konkurrenz bekommen. Als van Gaal im Sommer vergangenen Jahres zum Rekordmeister nach München kam, beförderte er prompt mit Thomas Müller (20) und Holger Badstuber (21) zwei Unerfahrene zu Stammspielern. Und die Entwicklung der beiden ist seitdem noch bemerkenswerter als jene von Magaths Jungs. «Das mache ich, weil ich sehr viel Vertrauen in die jungen Spieler habe. Ich habe keine Angst, einen jungen Spieler aufzustellen», sagt der niederländische Trainer des FC Bayern.
Magath, mit den «Knappen» in der Bundesliga hinter den Münchnern auf Rang zwei, setzt ein Dreigestirn dagegen. Getrieben von der finanziellen Not, hievte er Lukas Schmitz (21), Christoph Moritz (20) und Joel Matip (18) aus dem Nichts ins Rampenlicht. «Geld alleine reicht nicht. Das hat es noch nie», sagt Magath. «Ich denke, dass der Trainer ein besonderes Gespür für junge Talente hat», meint Moritz. Aus der U19 von Alemannia Aachen kam der Defensivakteur im Sommer, um in der Reserve zu spielen - aber Magath holte ihn hoch. Dass «Quälix» konsequent auf den Nachwuchs setzt, hat er immer wieder bewiesen. In Stuttgart brachte er die Teenager Philipp Lahm und Kevin Kuranyi groß heraus, in Wolfsburg machte er den unbekannten Bosnier Edin Dzeko zu einem Stürmer von Weltformat. Auch ein paar Kilometer weiter setzt Borussia Dortmund gänzlich auf die Jugend, investierte selbst die wenigen vorhandenen Mittel in Talente. |