Nur 2:2 in Frankfurt: Hertha BSC vor Abstieg
Frankfurt/Main (dpa) - 18.04.2010, 19:52 Uhr
Der Frankfurter Ochs (o) und Berlins Kobiashvili kämpfen am Boden um den Ball.
Ausgerechnet an alter Wirkungsstätte hat Friedhelm Funkel mit Hertha BSC die wohl letzte Chance auf den Verbleib in der Fußball-Bundesliga verspielt. Trotz des 2:2 (2:1) bei Eintracht Frankfurt weist der Hauptstadt-Club fünf Punkte Rückstand auf Relegationsplatz 16 auf. Angesichts eines knallharten Restprogramms müssen die Herthaner für die 2. Liga planen. Vor 49 800 Zuschauern hatten Gojko Kacar (17. Minute) und Raffael (43.) die vom ehemaligen Eintracht-Coach Funkel betreuten Berliner zwar zur Pause in Führung gebracht. Ümit Korkmaz (37.) und Marco Russ (63.) machten Herthas fünften Rückrunden-Auswärtssieg aber noch zunichte. Dennoch dürfte der Teilerfolg für die Hessen im Kampf um einen Europa League- Startplatz zu wenig sein. «In den letzten drei Spielen ist für uns alles drin, wenn wir so spielen wie in den vergangenen Wochen. Natürlich haben wir von allen 18 Teams die schlechtesten Karten, aber meine Mannschaft ist zu 100 Prozent intakt. Deshalb werden wir bis zum 34. Spieltag fighten», versprach Funkel. «Die Enttäuschung ist natürlich groß. Wir wollten hier gewinnen, denn wir brauchten die drei Punkte. Nun wird es natürlich wahnsinnig schwer», gestand Sportchef Michael Preetz. Trotz der noch anstehenden Spiele gegen Schalke, Leverkusen und Bayern München fügte er hinzu: «Nein, das war es noch nicht. Aber wir wissen, dass wir nur noch Siege brauchen.» Auch Nationalspieler Arne Friedrich befand: «Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen, auch wenn die Situation unglaublich schwierig ist.» Die Hertha sei jedoch nicht in der Lage, «wo wir mit dem einen Punkt gut leben können.»
Die Eintracht, bei der Maik Franz (nach Gelbsperre) und Pirmin Schwegler (Gehirnerschütterung auskuriert) wieder in die Anfangself kamen, begann schwungvoll und hatte durch Caio (12.) und Alexander Meier (14.) erste Chancen. Hertha-Schlussmann Jaroslav Drobny zeigte sich aber in beiden Fällen auf dem Posten. Auf der Gegenseite schlug die ganz auf Defensive ausgerichtete Hertha sofort eiskalt zu: Nach Caios Ballverlust legte Cicero für Kacar auf, und der überwand per Kopf Torhüter Oka Nikolov, der sein 200. Bundesliga-Spiel für die Hessen bestritt. Es war das dritte Saisontor für den Serben. Die Eintracht wirkte vorübergehend geschockt, kam dann aber doch zurück. Nachdem auch Halil Altintop (29.) den starken Drobny nicht überwinden konnte, machte es Korkmaz besser, als er eine schöne Vorlage von Patrick Ochs zu seinem ersten Saisontreffer verwertete. Dann überschlugen sich die Ereignisse: Erst jagte Schwegler einen von Fabian Lustenberger an Caio verursachten Foulelfmeter über das Tor (42.), im Gegenzug sorgte Raffael für die erneute Gäste-Führung. Nach Wiederanpfiff brauchten die Hausherren lange, um wieder einigermaßen in die Partie zurückzufinden. Die Hertha hatte zunächst leichtes Spiel, den Vorsprung zu verwalten. Trainer Michael Skibbe reagierte, brachte für Verteidiger Franz in Martin Fenin (62.) einen zweiten Stürmer. Prompt wurde er belohnt - bezeichnenderweise nach einer Standardsituation: Einen Freistoß von Benjamin Köhler köpfte Russ über Drobny hinweg zum 2:2 ein. In der niveauarmen Begegnung war die Hertha am Ende dem Sieg fast näher, doch Jubilar Nikolov rettete den Gastgebern großartig gegen Raffael (88.) wenigstens einen Punkt.
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