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Slomka spuckt Schalke in die Suppe - Neuer patzt

Hannover (dpa) - 11.04.2010, 09:53 Uhr

Schalke-Trainer Felix Magath gibt seiner Mannschaft gegen Hannover Anweisungen.
Schalke-Trainer Felix Magath gibt seiner Mannschaft gegen Hannover Anweisungen.

Meistermacher Felix Magath hat in Mirko Slomka seinen Meister gefunden. Zwei Jahre nach seinem Rauswurf auf Schalke spuckte Slomka mit dem Abstiegskandidaten Hannover 96 den Schalkern im Titelkampf unerwartet in die Suppe. Die bittere 2:4-(0:2)-Pleite schmeckte Magath überhaupt nicht.

«Da muss man nichts beschönigen, die Niederlage geht in Ordnung. Aber unsere Situation hat sich nicht grundlegend geändert. Die Aussichten auf einen Champions-League-Platz sind weiterhin gut», analysierte Magath den Endspurt in der Fußball-Bundesliga.

Das Thema «Meisterschaft» war nach der zweiten Niederlage in Folge tabu. In Hannover, wo Schalker Spieler nach dem Endspielsieg zuletzt vor 52 Jahren die Schale in der Hand hielten, präsentierte sich die junge Mannschaft seltsam lethargisch, ohne Biss und Mumm. Torjäger Kevin Kuranyi darf zwar auf eine Begnadigung durch Bundestrainer Joachim Löw hoffen. Gegen 96-Verteidiger Mario Eggimann bekam der Stürmer aber kaum keinen Stich. «Es war spannend, gegen so einen Klassemann zu spielen», urteilte Eggimann.

Nicht nur Kuranyi stand neben der Spur. «Es fehlte der Siegeswille», monierte Magath die Einstellung. «Vor der Pause haben wir uns wie eine Amateurmannschaft verhalten», kritisierte Torwart Manuel Neuer. Der Nationalkeeper patzte mehrfach und kassierte erstmals in dieser Saison vier Tore. «Hannover hat die schlechteste Abwehr der Liga und wir schießen in der ersten Halbzeit nicht einmal aufs Tor. Das ist schwach», sagte Verteidiger Heiko Westermann.

Der Kapitän leitete mit einem unglücklichen Eigentor (17. Minute) die Niederlage ein. «Danach ist unseren Spielern das Herz in die Hose gerutscht», sagte Magath. Das spricht nicht für Nervenstärke im Titelkampf. Hannover nutzte die Gunst der Stunde und erhöhte durch Didier Ya Konan (29.), der Neuer tunnelte, auf 2:0. «Das Tor nehme ich meine Kappe. Da habe ich mich beim Herauslaufen verschätzt», gab Neuer zu. Die Schalker Tore nach der Halbzeit von Edu (46.) und Ivan Rakitic (52./Foulelfmeter) warfen Hannover 96 nicht aus der Bahn. Ein fulminanter Schuss von Hanno Balitsch (80.) und das achte Saisontor von Ya Konan (90.+2) machten die Sensation perfekt.


Die kampfstarken Niedersachsen verbesserten sich durch den Befreiungsschlag auf Relegationsplatz 16. Nach der Hochrechnung von Mathematiklehrer Slomka fehlen noch zwei Siege zum Klassenverbleib. Schalke ist bei zwei Punkten Rückstand auf die Bayern noch nicht raus aus dem Titelrennen. Hoffnung macht den zahlreichen Fans die Rückkehr von Abwehrchef Marcelo Bordon. Er war in Hannover gesperrt und wurde schmerzlich vermisst.

«Es ist uns gelungen, unseren Profis die Bedeutung des Spiels klar zu machen. Gegen starke Mannschaften ist man besser motiviert», sagte 96-Clubchef Martin Kind. Trotz des schweren Restprogramms mit Partien in München, Leverkusen und Bochum sowie nur einem Heimspiel gegen Mönchengladbach wächst die Zuversicht, erstklassig bleiben zu können. Vier Punkte gegen den HSV (0:0) und Schalke (4:2) hatten selbst große Optimisten nicht erwartet.

«Respekt vor meiner Mannschaft. Wir haben gut dagegen gehalten. Die zweite Halbzeit war ein brutaler Kampf. Wir werden auch in München kämpfen und beißen», kündigte Slomka an. Er will auch seinem Ex-Club helfen, dem er weiterhin freundschaftlich verbunden ist. «Wenn wir gegen Schalke gewinnen und Schalke trotzdem Meister wird, würde mich das sehr freuen», hatte Slomka schon vorher gesagt.

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