Klopps Rückkehr lässt Mainz jubeln
Mainz (dpa) - 11.04.2010, 09:53 Uhr
Der Mainzer Trainer Thomas Tuchel und der Dortmunds Jürgen Klopp scherzen nach dem Abpfiff.
Mainz (dpa) - Sie träumen von Barcelona und Chelsea und stolpern ausgerechnet beim FSV Mainz 05. Jürgen Klopp und Borussia Dortmund müssen nach dem 0:1 (0:1) durch den Treffer von Adam Szalai (30. Minute) neuen Anlauf nehmen im Kampf um die Champions League-Qualifikation. Die emotionale Rückkehr des 42-Jährigen an den Bruchweg, wo der 42-Jährige 18 Jahre lang als Spieler und Trainer wirkte, endete so mit einem unerwarteten Dämpfer. Umwerfen lässt sich Klopp nicht. «Gas geben» heißt das Motto für den Saison-Endspurt, der mit dem Heimspiel gegen Hoffenheim beginnt. Nürnberg (A), Wolfsburg (H) und Freiburg (A) sind die restlichen Gegner. «In der Hinrunde gab es zwölf Punkte, damit bin ich wieder einverstanden. Wir wollen die Saison ausreizen. Dazu gehören Punkte», sagte der Borussia-Coach. Reichlich Freunde feierten vor 20 300 Zuschauern in Mainz ein erstes Wiedersehen im Punktspiel-Alltag. Neben Klopp hatten seine Co- Trainer Zejlko Buvac und Peter Krawietz sowie die Spieler Neven Subotic, Mohamad Zidan und der auf der Bank schmorende Markus Feulner eine Mainzer Vergangenheit. «Eine Niederlage in Mainz ist nicht das Schlimmste, was einem passieren kann», meinte Mats Hummels, der in der Jugend auch das Trikot der 05er getragen hatte.
Geschenke aber wollten die Borussen, die zuvor in fünf Spielen 13 von 15 möglichen Punkten eingesammelt hatten, nicht verteilen. «Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Feuer, Wille, Disziplin, Klasse stimmten, aber die Ruhe fehlte. Alles ist gut, nur nicht das Ergebnis», analysierte Klopp. Fast 70 Prozent Ballbesitz sagte die Statistik aus, doch daraus erspielten sich Dortmunder gegen die starke 05-Defensive kaum Torchancen. «Ich bin mir nicht sicher, ob wir mehr als ein Tor geschossen hätten, wenn überhaupt», gestand Klopp denn auch ein. Der Trainer mit Kultstatus in Mainz war spätestens beim Auftritt im Aktuellen Sportstudio des ZDF wieder der smarte Dampfplauderer der Liga. «Ich wusste nicht, wo der Bus der Gästemannschaft parkt», bekannte «Kloppo», der auch die erstmals genutzte Gästekabine als zu eng empfand. «Da hätte man den einen oder anderen Euro mehr investieren können», schmunzelte Klopp, der seinen Nach-Nachfolger beim FSV, Thomas Tuchel, einen «geilen Job» bescheinigte. «Die haben mit Mann und Maus verteidigt», würdigte auch Hummels den Mainzer Einsatz, «wir haben den Ball nicht getroffen oder die falsche Entscheidung. Das hätte nicht passieren dürfen.» Für die Mainzer war es der erhoffte Festtag. Das 1:0 machte den Klassenverbleib wasserdicht. 41 Punkte sind auf dem Konto, zwei Zähler fehlen zum Rekord aus der Saison 2004/2005 unter Klopp. «Den greifen wir natürlich an», sagte Tuchel, der nach dem Ende der drei Spiele anhaltenden Erfolgslosigkeit ohne Tor trotzdem nicht zufrieden war. «Es war zu viel Unordnung in unseren Laufwegen, wir hatten in der ersten Halbzeit keinen Zugriff aufs Spiel», kritisierte der jüngste Erstliga-Coach, der die Platzverhältnisse als «diskussionswürdig» bezeichnete. Nur einer hatte nichts auszusetzen. «Wenn mir solch ein Tor gelingt, ist das ein perfekter Tag», meinte der von Real Madrid ausgeliehene Szalai.
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