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8000 ausgeschlossene Hertha-Fans feiern friedlich

Berlin (dpa) - 10.04.2010, 18:27 Uhr

Die Ostkurve im Berliner Olympiastadion bleibt beim Spiel gegen Stuttgart leer.
Die Ostkurve im Berliner Olympiastadion bleibt beim Spiel gegen Stuttgart leer.

So nah und gleichzeitig doch so fern war die Hertha ihren treuesten Fans noch nie: Rund 8000 Anhänger und Dauerkartenbesitzer des Berliner Fußball-Bundesligisten haben die 0:1 (0:0)-Heimniederlage gegen den VfB Stuttgart in der Waldbühne verfolgt.

Wegen der Ausschreitungen nach dem Heimspiel des Tabellen-Letzten gegen den 1. FC Nürnberg durften nur 25 000 Fans in das nahe gelegene Olympiastadion kommen. Die «Ausgestoßenen» feierten beim Public Viewing lange Zeit fröhlich und laut, nach dem Gegentor durch Cacau in der 74. Minute war die Atmosphäre dann aber gedämpfter. Nachdem die bittere Niederlage des Tabellen-Letzten feststand, leerte sich die bis zu 22 000 Menschen fassende Arena innerhalb von nur 15 Minuten.

Steffen Toll, der Vorsitzende des Fördervereins Ostkurve und Ideengeber der Veranstaltung, zog in der Waldbühne trotz der sportlichen Pleite und des damit drohenden Abstiegs eine positive Bilanz. «Die Stimmung war gigantisch. Bis zum Spielende war alles ruhig und friedlich», sagte Toll.

Im Olympiastadion blieb die Ostkurve leer, aus der am 13. März etwa 150 Chaoten auf das Feld gestürmt waren. Sie war mit einer riesigen Hertha-Fahne sowie einer Fahne mit dem Berliner Bären dekoriert. In ihrem Ersatz-Stadion Waldbühne stimmten die Fans immer wieder in die lauten Fan-Gesänge ein, die per Videoleinwand aus dem Olympiastadion übertragen wurden. Als die Menge zu Spielbeginn das Vereinslied «Nur nach Hause» anstimmte, weinten einige Fans.

Die etwa 3500 mitgereisten Stuttgarter Anhänger im Olympiastadion schwiegen hingegen vor dem Spiel sogar bei der Vorstellung der VfB-Mannschaft und waren auch in der Anfangsphase ruhig. Aufgerufen hatte dazu eine Ultra-Fangruppe. Sie wollte damit gegen die aus ihrer Sicht überzogenen Strafmaßnahmen des DFB gegen Fan-Gruppen in der Bundesliga protestieren. Die Aussperrung eines Teils der Zuschauer durch den Deutschen Fußball-Bund kostete Hertha BSC nach eigenen Angaben mehr als 500 000 Euro, weil normalerweise wohl etwa 60 000 statt der etwa 26 000 Zuschauer gekommen wären.


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