Titelrennen offen: Pleiten für Bayern und Bayer
Düsseldorf (dpa) - 21.03.2010, 13:25 Uhr
Bayern-Trainer Louis van Gaal beobachtet das Spiel gegen Frankfurt.
Titelfavorit Bayern München schwächelt, Verfolger Bayer Leverkusen zeigt Nerven - mit unerwarteten Niederlagen haben die Top-Clubs zum Auftakt der «Endspiel-Wochen» herbe Rückschläge im Meisterschaftsrennen hinnehmen müssen. Die erste Bundesliga-Pleite nach 19 Spielen lag Bastian Schweinsteiger schwer im Magen. «Bis fünf Minuten vor Schluss hatten wir drei Punkte, dann haben wir den Sieg durch eigene Fehler hergeschenkt. Man muss auswärts gewinnen, wenn man Meister werden will», klagte der Bayern- Nationalspieler nach dem 1:2 bei Eintracht Frankfurt. Selbst die Führung durch Miroslav Klose (6.) beflügelte den Rekordmeister nicht, der durch die «Last-Minute-Treffer» der eingewechselten Juvhel Tsoumou (87.) und Martin Fenin (89.) für seinen lässigen Auftritt mit der dritten Saisonniederlage bestraft wurde. «Wir haben das Spiel selbst weggegeben, das ist sehr schade», sagte Trainer Louis van Gaal vor dem Halbfinal-Knüller im DFB-Pokal bei Schalke 04. Eintracht-Coach Michael Skibbe sah sein Team für die mutige und engagierte Partie gegen den Champions-League- Viertelfinalisten belohnt: «Wir haben uns endlich mal nicht ins Hemd gemacht. Das war ein toller Abend für uns.»
Mit dem 0:3 bei Borussia Dortmund musste der Tabellen-Dritte Leverkusen wie der FC Bayern am 27. Spieltag eine Enttäuschung verkraften. Der lange unbesiegt an der Spitze thronenden Elf von Jupp Heynckes droht einmal mehr im Liga-Endspurt die Puste auszugehen. «Eigentlich mussten wir zur Halbzeit 2:0 führen. Wer Champions- League-Ambitionen hat, muss solche Spiele gewinnen», klagte Heynckes, dessen Team zahlreiche Großchancen ausließ und dann die Saisontore 14 und 15 von Lucas Barrios (50./60.) sowie Dimitar Rangelow (87.) hinnehmen musste. Trotz nur fünf Punkten aus den vergangenen fünf Spielen fürchtet der wegen einer Zerrung ausgewechselte Torjäger Stefan Kießling keinen Absturz. «Wir haben keine Angst, am Saisonende mit leeren Händen dazustehen.» Dank Torhüter Roman Weidenfeller, der den BVB vor der Pause mit Glanzparaden vor dem Rückstand bewahrte, sowie «Tormaschine» Barrios (Sportdirektor Michael Zorc) verbuchte Dortmund einen Big Point im Kampf um die internationalen Plätze. «Für uns ist jedes Spiel ein Endspiel», sagte Trainer Jürgen Klopp. |