Gross lobt VfB-Trotzreaktion, Slomka in Rage
Stuttgart (dpa) - 21.03.2010, 15:44 Uhr
96-Trainer Slomka (r) verfolgt den Zweikampf zwischen Stuttgarts Gebhart (l) und Djakpa.
Die Fans feierten den VfB Stuttgart, als hätte er gerade doch noch den FC Barcelona besiegt. Selbst eine halbe Stunde nach dem 2:0 (1:0) gegen Hannover 96 sangen einige von ihnen: «Wir wollen die Mannschaft sehen.» Die Leistung war nur mäßig, der Gegner erschreckend schwach, aber aus Stuttgarter Sicht hatte der Erfolg einen besonderen Wert. Er war die «richtige und einzige Antwort» auf die Champions-League-Demontage drei Tage zuvor, meinte Trainer Christian Gross. Sein eigener Anteil daran war groß: Zunächst appellierte er mit einigem Pathos an den «Stolz» seiner Spieler, dann stellte er überraschend Ciprian Marica auf. Und der Rumäne schoss prompt beide Tore (36./54.). Die erleichterten Reaktionen zeigten, wie groß die Angst vor einem Einbruch und dem Abrutschen ins graue Mittelmaß der Fußball- Bundesliga gewesen war. Nach dem 0:4 von Barcelona sei dies «vor allem mental eine gute Leistung» gewesen, meinte Gross. Für Manager Horst Heldt war es ein Zeichen der «Weiterentwicklung, dass die Mannschaft nach so einer Niederlage die richtigen Mittel an den Tag gelegt hat. Das hatten wir auch schon anders», sagte er.
Auch wenn die Verantwortlichen des VfB das Thema herunterspielen, ist die kleine Restchance auf einen Europa-League-Platz längst ein wichtiger Antrieb für Spieler und Fans. Ohne sie hätten einige die Saison bereits nach dem Champions-League-Aus abgehakt. «Ich bin mir sicher, dass die Europa League noch drin ist», sagte Alexander Hleb. Heldt betonte, dass «wir noch schwere Gegner» wie am nächsten Samstag den FC Bayern haben und im Rennen um Platz fünf «von Anderen abhängig sind». Solche Sorgen hätte Hannover 96 gern. Für den Tabellen-16. war das 0:2 ein Rückschlag im Abstiegskampf, weil er nach zuvor zwei Siegen nun wieder punktgleich mit dem SC Freiburg (17.) ist. Trainer Mirko Slomka wiederholte danach etwas, das Kollegen wie Robin Dutt (Freiburg) oder Friedhelm Funkel (Berlin) stets vermeiden: Er kritisierte seine Spieler öffentlich und hart. «Das Spiel war für mich eine Riesenenttäuschung. Unser Auftritt hatte mit dem Kampf um den Klassenerhalt wenig zu tun», schimpfte er. |