Wiese schimpft trotz Happy End - schonen für Pokal
Bremen (dpa) - 21.03.2010, 09:54 Uhr
Die Bremer Marko Marin, Claudio Pizarro und Mesut Özil (v.l.) retten den Sieg für Bremen.
Happy End trotz missglückter Rotation, doch Tim Wiese schimpfte wie ein Rohrspatz. «Das geht mir langsam auf die Nerven», meckerte Werders Torhüter nach dem glücklichen 3:2 (0:1) gegen den VfL Bochum: «Was wir für Tore bekommen, das ist unglaublich. Ich verstehe das nicht.» Eine Handvoll Stars wurde für das Pokal-Halbfinale gegen Augsburg geschont - und das wäre beinahe grandios gescheitert. Nur durch einen Kraftakt rissen die Bremer das Spiel nach der Pause noch herum und liegen in der Fußball-Bundesliga auf Europa-League-Kurs. Die Bochumer müssen weiter um den Klassenverbleib zittern. Rund 44 Stunden nach dem kräftezehrenden Europapokal-Aus gegen Valencia versuchten es die Bremer im Schongang und mit der bislang teuersten Werder-Ersatzbank. Trainer Thomas Schaaf ließ zunächst eine kleine Star-Auswahl pausieren; bis zur Pause musste er eine verschlafene Vorstellung mitansehen. Erst durch die Hereinnahme von Claudio Pizarro und Mesut Özil änderte sich das Geschehen. Nach der zweimaligen VfL-Führung durch Stanislav Sestak (14.) und Zlatko Dedic (63.) drehten Pizarro (58.), Marko Marin (65.) und der spät eingewechselte Frings (81.) die später turbulente Partie. Den Pfiffen der Fans zur Pause folgte ausgelassener Jubel. «Wenn man gewinnt, dann ist es ein schöner Nervenkitzel, aber ich hätte solche Siege lieber ohne zweimaligen Rückstand», sagte Clubchef Klaus Allofs.
Torwart Wiese verbiss sich Kritik an den Wechselspielen: «Es ist ja noch mal gut gegangen.» Auch, weil der Keeper, der innerhalb von drei Tagen sechs Gegentore kassierte, in der Schlussphase mit seinen Paraden den Sieg rettete. Nach seiner Schimpftirade zu den Fragen nach der Rotation, antwortete Wiese: «Das hat mich überrascht.» «Es war richtig, so viel zu wechseln», sagte der zur Pause eingewechselte Torschütze Pizarro. Er kritisierte aber, ohne Namen zu nennen: «Die Einstellung hat nicht gestimmt.» Angesprochen fühlen dürfen sich vor allem die erschreckend schwachen Markus Rosenberg und Daniel Jensen, die normalerweise ihre Stammplätze auf der Bank haben. «Der ein oder andere sollte sich Gedanken machen», sagte Schaaf und rechtfertigte den Schongang mit der enormen Belastung: «Wir haben auf das reagiert, was wir am Donnerstag gesehen haben.» |